Denken Sie über eine Haartransplantation nach? Wir sind sicher, dass Sie sich fragen, wie eine solche Operation eigentlich abläuft. In diesem Artikel werden wir die einzelnen Schritte der Haartransplantation Schritt für Schritt beleuchten. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Methoden: FUT und FUE. Wir werden uns hier auf die FUE-Methode konzentrieren.
Eine Haartransplantation lässt sich in drei Hauptphasen unterteilen:
- a) Die Phase vor der Haartransplantation
- b) Der Operationsablauf
- c) Die Zeit nach der Haartransplantation
Thema dieses Artikels ist der Punkt b) – der Operationsablauf. Die Phasen vor und nach der Haartransplantation haben wir bereits in den entsprechenden Beiträgen ausführlich behandelt.
Der Ablauf einer Haartransplantation – die einzelnen Phasen
Zuerst ein kurzer Überblick über die Schritte einer Haartransplantation. Je nach Graft-Zahl kann die OP auch mehrere Tage dauern – wir zeigen dir hier aber den Ablauf an einem Tag. Bei mehreren Tagen läuft es genauso ab.
- Ankunft im Haartransplantationszentrum und Begrüßung
- Vorbereitungsphase für den Eingriff
- Haarlinien-Design
- Die Haartransplantation (chirurgische Phase)
- Abschluss und Verlassen des Zentrums
Diese Phasen werden wir uns nun im Detail ansehen.
Ankunft in der Haarklinik
Sie betreten nun eine aufregende Phase. Heute erwartet Sie ein völlig neuer Ablauf, mit dem Sie bisher noch keine Erfahrung haben. Falls Sie von weiter her anreisen, können Untersuchungen wie die körperliche Untersuchung, die Anamnese, die Befragung und die Graft-Planung bereits vor dem eigentlichen Eingriff durchgeführt werden. Wenn die Operation nicht in Sedation durchgeführt wird, ist es ratsam, vor dem Eingriff eine leichte Mahlzeit zu sich zu nehmen. Etwaige Unsicherheiten oder letzte Fragen rund um den Eingriff sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen.
Vorbereitung auf den Eingriff
Vor der Haartransplantation werden verschiedene paramedizinische Maßnahmen durchgeführt. Wir möchten Ihnen diese Schritte im Folgenden der Reihe nach vorstellen.
- Aufklärungs- und Einwilligungsformular (Einverständniserklärung): Die Details des geplanten medizinischen Eingriffs müssen schriftlich dargelegt werden – dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Das Formular sollte auch die genauen Informationen über die durchzuführende Maßnahme enthalten. Sie unterschreiben dieses Formular vor der Operation; es dient als rechtlicher Nachweis Ihrer Zustimmung. Eine Kopie des unterzeichneten Formulars können Sie nach dem Eingriff bei der Klinik anfordern.
- Blutdruck- und Pulskontrolle: Es ist völlig normal, vor der Operation aufgeregt zu sein. Ihr Blutdruck und Ihr Puls werden gemessen. Falls Auffälligkeiten festgestellt werden, kann Ihr Arzt gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ergreifen.
- Anlegen eines OP-Kittels: Um Ihre eigene Kleidung zu schonen, erhalten Sie einen Einweg-OP-Kittel. Tragen Sie am Tag der Operation bequeme Kleidung, die sich leicht an- und ausziehen lässt – etwa ein Hemd mit Knöpfen. Vermeiden Sie enge Kleidung, die über den Kopf gezogen werden muss, da diese beim erneuten Anziehen nach der OP die transplantierte Region schädigen könnte.
- Fotodokumentation vor der Rasur: Es werden Fotos angefertigt, um den Zustand vor und nach der Transplantation vergleichen zu können. Idealerweise werden sowohl Aufnahmen mit feuchtem als auch mit trockenem Haar gemacht. Diese Bilder unterstützen den Arzt auch während der Operation visuell.
- Rasur der Haare: Vor dem Eingriff werden die Haare auf eine Länge von etwa 1 mm („auf Null“) rasiert. Falls Ihr Arzt jedoch eine unrasierte Haartransplantation plant, erfolgt die Rasur entsprechend diesem Konzept.
- Fotodokumentation nach der Rasur: Wir empfehlen, die Aufnahmen vor und nach der Rasur gegenüberzustellen, um einen genauen Vergleich zu ermöglichen. Die Fotos sollten bei gutem Licht und in hoher Auflösung aufgenommen werden. Sie sind entscheidend, um die Ergebnisse vor und nach der Transplantation zu dokumentieren. Ob die Bilder mit oder ohne erkennbares Gesicht veröffentlicht werden dürfen, hängt von Ihrer schriftlichen Einwilligung ab.
- Haarwäsche: Vor dem Eingriff werden die Haare mit einer antiseptischen Lösung gewaschen. Dies dient der Hygiene und entfernt gleichzeitig überschüssiges Fett von der Kopfhaut.
- Anlegen eines Venenzugangs: Bei jedem chirurgischen Eingriff ist es Standard, einen venösen Zugang zu legen. Dies ermöglicht uns, im Notfall – etwa bei allergischen Reaktionen oder plötzlichen Blutdruckabfällen – schnell reagieren zu können. Während der Operation kann der Patient so auch kontinuierlich überwacht werden.
Das Design der Haarlinie

Das Design der Haarlinie ist einer der wichtigsten Schritte der gesamten Transplantation. Für eine Gestaltung, die perfekt zur Gesichtsform des Patienten passt, ist künstlerisches Geschick des Arztes gefragt. Denn eine natürlich wirkende Haarlinie ist entscheidend für das Endergebnis. Eine schlecht geplante oder unpassende Haarlinie wird den Patienten mit ziemlicher Sicherheit unglücklich machen.
Auf eine detaillierte Beschreibung der Haarlinien-Gestaltung verzichten wir an dieser Stelle, da wir dieses Thema bereits in einem gesonderten Artikel ausführlich behandelt haben. Die Haarlinie kann entweder vor der Rasur, nach der Rasur oder nach der Graft-Entnahme, jedoch vor dem eigentlichen Einsetzen der Grafts, gezeichnet werden. Wir bevorzugen die Markierung entweder vor oder nach der Rasur. Andere Ärzte handhaben dies jedoch möglicherweise anders.
Welche Phasen umfasst eine Haartransplantation?
Nachdem die Vorbereitungen und das Design der Haarlinie abgeschlossen sind, beginnt nun der eigentliche Eingriff. Sie befinden sich nun auf dem Höhepunkt der Aufregung. Die chirurgischen Phasen der Haartransplantation lassen sich wie folgt zusammenfassen: Im Wesentlichen besteht eine Haartransplantation aus zwei Hauptschritten – der Entnahme und der Implantation der Grafts.
- Entnahme der Grafts
- Markierung der Spenderregion mit einem speziellen Stift
- Lokalanästhesie der Spenderregion
- Entnahme der Haarfollikel (Grafts)
- Phase der Graft-Implantation
- Lokalanästhesie der Empfängerregion
- Anlegen der Kanäle (Empfängerkanäle)
- Einsetzen der Grafts in die Kanäle
Betrachten wir nun diese Schritte im Einzelnen. Da die FUT-Methode heutzutage nur noch selten angewendet wird, gehen wir im Folgenden von der FUE-Technik aus.
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1-) Entnahme der Grafts
Der Vorgang der Graftentnahme lässt sich in drei Schritte unterteilen.
- Markierung der Spenderregion mit einem speziellen Stift
- Lokalanästhesie der Spenderregion
- Entnahme der Haarfollikel (Grafts)
1a- Markierung der Spenderregion mit einem speziellen Stift
Die Grenzen der Spenderregion, aus der die Haarfollikel entnommen werden sollen, werden zunächst mit einem Stift markiert. Besondere Vorsicht ist im Bereich oberhalb der Ohren geboten. Es sollte darauf geachtet werden, nicht über die sogenannte „sichere Zone“ hinauszugehen. Man sollte nicht vergessen: Jeder Mensch hat – abhängig von seiner Haardichte – eine bestimmte Anzahl an Grafts, die entnommen werden können. Dies bezeichnet man kurz als Spenderkapazität. Es wäre nicht richtig, mehr Grafts zu entnehmen, als die Spenderkapazität zulässt. Die voraussichtlich mögliche Graft-Anzahl sollte daher vorab berechnet werden. In der Regel wird die Spenderregion im Hinterkopfbereich genutzt. Falls jedoch absehbar ist, dass die Kopfhaare nicht ausreichen, können auch andere Körperhaare – etwa aus dem Bart- oder Brustbereich – verwendet werden.
1b- Lokalanästhesie der Spenderregion
Bei einer Haartransplantation wird in der Regel Lokalanästhesie angewendet. In seltenen Fällen, insbesondere bei der Entnahme von Körperhaaren, gibt es in der Literatur Berichte über Ärzte, die den Eingriff in Vollnarkose durchführen – dies ist jedoch nicht unsere bevorzugte Methode. Der vielleicht gefürchtetste Teil des Eingriffs für viele, die sich fragen, wie eine Haartransplantation abläuft, ist die Anästhesie. Bei der Lokalanästhesie wird das Schmerzempfinden im Entnahme- und Implantationsbereich für einen bestimmten Zeitraum blockiert. Die Medikamente werden mittels Injektion unter die Haut verabreicht. Dabei können Wirkstoffe wie Jetokain, Marcain oder Citanest zum Einsatz kommen. Die Lokalanästhesie selbst ist ein schmerzhafter Vorgang. Die Schmerzempfindung kann von Person zu Person unterschiedlich stark ausgeprägt sein – dies wird als Schmerzschwelle bezeichnet.
Die Schmerzschwelle lässt sich in drei Gruppen einteilen.
- Hoch: Bei dieser Gruppe tritt nahezu keine Reaktion auf die Injektionen auf. Die Betäubung kann problemlos und ohne größere Empfindlichkeit durchgeführt werden.
- Mittel: Hier zeigt sich eine mäßige Reaktion auf die Nadelstiche. Die Schmerzempfindung ist spürbar, aber noch gut aushaltbar.
- Niedrig: Manche Menschen haben eine sehr niedrige Schmerzschwelle. Schon beim ersten Einstich der Nadel empfinden sie deutliche Unannehmlichkeiten.
Bei Personen mit einer sehr niedrigen Schmerzschwelle kann vor der eigentlichen Betäubung eine kurze Sedierung erfolgen – der Patient wird für einen kurzen Zeitraum in einen schlafähnlichen Zustand versetzt. Eine Sedation darf ausschließlich von einem erfahrenen Anästhesisten durchgeführt werden. Auch die Sedation ist nicht völlig risikofrei und kann bestimmte Komplikationen mit sich bringen. Auf alle Einzelheiten werden wir in unserem gesonderten Artikel zur Anästhesie bei Haartransplantationen eingehen. Darüber hinaus unterstützen moderne Anästhesiepumpen heute die Betäubung der Entnahme- und Implantationsregion. Die Betäubung der Spenderregion dauert im Durchschnitt etwa 2 bis 5 Minuten.

1c- Schrittweise Entnahme der Haarfollikel
Nachdem die Spenderregion markiert und betäubt wurde, sind wir nun bei der eigentlichen Entnahme der Haarfollikel angelangt. Grundsätzlich gibt es zwei Entnahmemethoden: FUT und FUE. Wir beschreiben hier die Entnahme mit der FUE-Methode. Der Patient wird in der Regel in Bauchlage auf den Behandlungstisch gelagert – manche Ärzte bevorzugen jedoch auch eine sitzende Position während der Entnahme.
Bevor wir auf die Entnahme im Detail eingehen, ist es hilfreich, einige grundlegende Begriffe rund um die Grafts zu kennen.
Wir unterscheiden die Grafts nach folgenden Kriterien:
- – Je nach Qualität der Spenderregion: (schlecht, gut, mittel)
- – Je nach Länge des Grafts: (kurz, mittel, lang)
- – Je nach Volumen des Grafts: (dünn, normal, kräftig)
Die FUE-Methode ist in der Regel die bevorzugte Technik für all jene, die sich fragen, wie eine Haartransplantation durchgeführt wird. Mit der FUE-Technik können die Haarfollikel auf zwei verschiedene Arten entnommen werden:
- Manuelle FUE: Bei dieser Technik werden die Haarfollikel mit speziellen Handinstrumenten einzeln entnommen. In den Anfangsjahren der FUE-Methode wurde überwiegend manuell gearbeitet. Die verwendeten manuellen Punches können verschiedene Formen aufweisen – etwa lanzettenförmig, rund oder als U-Punch. Der etwa 1 mm lange Follikel wird zentriert und mit dem Instrument in einer bestimmten Tiefe in die Haut eingeführt. Durch Rotationsbewegungen (nach links und rechts) wird der Follikel dann einzeln gelöst und entnommen.
- Mikromotor-Methode: Bei dieser Methode kommt ein modifizierter Mikromotor zum Einsatz, der ursprünglich aus der Zahnmedizin stammt und für die Haartransplantation weiterentwickelt wurde. In den letzten Jahren hat sich die Entnahme mit dem Mikromotor zunehmend durchgesetzt. Der Motor dreht sich dabei mit einer festgelegten Geschwindigkeit in eine Richtung, dringt in die Haut ein und löst den Haarfollikel schonend von seinem Gewebe.
Was bei der Graftentnahme zu beachten ist
- Es sollten möglichst feine Punches verwendet werden. Je nach Haardicke und -länge des Patienten sind unterschiedliche Punches in Durchmesser und Länge einzusetzen. Ein erfahrener Arzt kann dies bereits nach der Entnahme weniger Grafts problemlos bestimmen.
- Bei der Entnahme mit dem Mikromotor sollte die Drehzahl so niedrig wie möglich gehalten werden. Wenn man versucht, in kurzer Zeit möglichst viele Grafts zu entnehmen, können diese dabei beschädigt werden.
- Die Entnahme sollte nicht außerhalb der sicheren Zone erfolgen. Besonders oberhalb der Ohren sollte die Entnahme entweder reduziert oder besonders behutsam durchgeführt werden. Die Planung sollte sich an der individuellen Spenderkapazität orientieren. Pro Quadratzentimeter sollte eine Entnahmedichte von etwa 25–30 % der ursprünglichen Haardichte nicht überschritten werden.
- Die Entnahme sollte gleichmäßig (homogen) erfolgen. Andernfalls können ungleichmäßige, mottenfraßartige Muster entstehen.
- An den Übergangsbereichen der Spenderregion sollten weniger Grafts entnommen werden als in den zentralen Arealen. Dadurch entsteht später kein scharfer Kontrast zwischen den entnommenen und nicht entnommenen Bereichen, sondern ein weicher, nahezu unsichtbarer Übergang.
2-Die Phase der Graft-Implantation
Diese Phase lässt sich in drei Schritte unterteilen.
- Lokalanästhesie der Empfängerregion
- Anlegen der Empfängerkanäle
- Einsetzen der Grafts in die Kanäle
Die Implantationsphase haben wir in drei Schritte unterteilt: die Betäubung der Empfängerregion, die Anlage der Kanäle und das Einsetzen der Grafts. Betrachten wir nun diese Phasen im Detail. Dieser Abschnitt stellt den kritischsten Teil des gesamten Eingriffs dar – und ist zugleich der Bereich, der bei der Frage „Wie läuft eine Haartransplantation ab?“ am meisten interessiert. Die Grafts – ob mittels FUT, FUE oder aus Körperhaaren entnommen – werden vor der Implantation in speziellen Petrischalen aufbewahrt.
2a-Lokalanästhesie (Empfängerregion)
Theoretisch folgt die Betäubung der Empfängerregion denselben Prinzipien wie die der Spenderregion. In vielen Fällen kann die Betäubung sogar zeitgleich erfolgen – das bedeutet, dass die Grafts direkt nach der Entnahme, ohne Zwischenlagerung, implantiert werden können. Bei dieser Vorgehensweise werden sowohl die Spender- als auch die Empfängerregion gemeinsam betäubt. Da wir das Thema der Lokalanästhesie in unserem gesonderten Artikel bereits ausführlich behandelt haben, werden wir an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen. Dort können Sie die Details im Einzelnen nachlesen.
2b- Anlegen der Empfängerkanäle
Hierbei handelt es sich um das klassische Vorgehen bei der FUE-Methode. In der kahlen Region werden zunächst so viele Mikrokanäle angelegt, wie Grafts implantiert werden sollen. Diese Kanäle werden mit speziellen scharfen Instrumenten wie Schlitzen (Slit-Messern) oder Saphirspitzen in die Haut gestochen. An manchen Stellen werden anstelle von Schlitzen auch Rasierklingen verwendet – wovon wir jedoch abraten. Früher wurden für die Kanalöffnung Bistouri-Klingen eingesetzt, die jedoch aufgrund der starken Narbenbildung inzwischen nicht mehr verwendet werden. Je nach Durchmesser der Grafts können die Kanäle zwischen 0,7 mm und 1,2 mm breit sein. Besonders wichtig ist, dass die Kanalöffnungen möglichst klein gehalten werden, um ein dichtes Erscheinungsbild zu erzielen. Die Kanaltechnik, wie sie bei der FUE-Methode angewendet wird, verliert jedoch zunehmend an Bedeutung.
Beim Anlegen der Kanäle kommt es in der Regel zu einer gewissen Blutung. Um diese zu reduzieren, setzen manche Kliniken Adrenalin ein. Adrenalin ist ein wichtiges Notfallmedikament in der Akutmedizin und wirkt gefäßverengend, wodurch die Blutung vermindert wird. Allerdings führt die Verengung der Kapillargefäße auch zu einer reduzierten Durchblutung, was wiederum die Nährstoffversorgung der implantierten Grafts beeinträchtigen und im schlimmsten Fall zu Gewebsnekrosen führen kann. Darüber hinaus kann Adrenalin auch Blutdruckanstiege und Herzrhythmusstörungen verursachen.
Nach der Betäubung werden so viele Mikrokanäle angelegt, wie Grafts entnommen wurden. In diese Kanäle werden anschließend die Haarfollikel eingesetzt. Ärzte verwenden hierfür unterschiedliche Instrumente – etwa Slit-Messer oder hypodermische Nadeln. Die Kanalöffnung weist zwei wesentliche Merkmale auf:r
- Die Tiefe des Kanals: Die Kanaltiefe muss genau kontrolliert werden. Sie sollte der Länge der Haarfollikel entsprechen. Bei zu tief angelegten Kanälen sinkt die Überlebensrate der Grafts. Es können Narben an den Haarwurzeln entstehen, und die nachwachsenden Haare können schwach oder lockig ausfallen. Je tiefer der Kanal ist, desto höher ist zudem das Risiko von Follikulitis und Pickelbildung im Empfangsbereich.
- Die Breite (der Durchmesser) des Kanals: Bei zu breiten Kanälen entsteht ein lichteres, weniger dichtes Ergebnis. Zudem steigt das Risiko von Narbenbildung an den Haarwurzeln. Bei zu schmalen Kanälen hingegen erhöht sich die Verletzungsgefahr für die Grafts während des Einsetzens. Dies zählt zu den Nachteilen der FUE-Methode. Aus diesem Grund sollten Einzel- und Mehrfachgrafts mit Slits unterschiedlicher Durchmesser gesetzt werden.
- Der Einstichwinkel des Kanals: Der Winkel, in dem der Kanal gestochen wird, ist ein entscheidendes Kriterium für ein natürliches Endergebnis. Die Kanäle können grundsätzlich auf zwei Arten angelegt werden: als laterale Slits oder als koronale Slits.
Laterale Slit-Technik: Bei dieser Technik werden die Kanäle in einem seitlichen (lateralen) Winkel gestochen. Die gewünschte Neigung lässt sich hier leichter umsetzen. Die Deckkraft – also die Fähigkeit, kahle Stellen optisch zu füllen – ist im Vergleich zur koronalen Slit-Technik deutlich höher. Die Kanäle werden parallel zur Hautoberfläche, also seitlich ausgerichtet, angelegt.
Koronale Slit-Technik: Hier werden die Kanäle nicht parallel, sondern senkrecht (vertikal) gestochen. Es ist schwieriger, ein wirklich natürliches Ergebnis zu erzielen, dafür ist das Einsetzen der Grafts einfacher. Diese Technik wird oft von denjenigen bevorzugt, die den einfacheren Weg wählen. Unserer Meinung nach ist die laterale Slit-Technik der koronalen Technik eindeutig überlegen
Auf dem Bild sehen Sie einen Slit, der zur Kanalöffnung verwendet wird, sowie die ideale Abstimmung zwischen der Länge des Slits und der Länge des Grafts.

2c-Einsetzen der Grafts in die angelegten Kanäle
Die Dauer der Kanalöffnung variiert je nach Anzahl der Grafts und beträgt in der Regel etwa eine Stunde. Um die Blutung zu reduzieren, wird häufig Adrenalin auf die Kopfhaut aufgetragen. Zudem wird Kochsalzlösung (NaCl) in die Empfängerregion injiziert, um die Kanäle zu erweitern und das Einsetzen der Grafts zu erleichtern. Diese Flüssigkeit ist auch die Ursache für die Schwellungen, die nach der Haartransplantation auftreten können.
Die entnommenen Haarfollikel werden anschließend von ein bis drei Personen mit feinen Pinzetten aus den Petrischalen einzeln in die Kanäle eingesetzt. Besonders am vorderen Haaransatz sollten ausschließlich Einzelgrafts platziert werden – dies ist entscheidend für ein natürliches Ergebnis und eine ästhetische Haarlinie. Die Grafts werden üblicherweise auf Kompressen gelegt und auf dem Handrücken bereitgehalten. Werden jedoch zu viele Grafts gleichzeitig auf dem Handrücken gelagert, besteht die Gefahr des Austrocknens. Beim Greifen mit der Pinzette ist unbedingt darauf zu achten, die Grafts nicht an der Wurzel zu fassen, da sie sonst gequetscht werden könnten.
Wie wird die DHI-Methode mit Implanter Pen (Stift-Methode) durchgeführt?

Diese Methode zählt zu den modernsten Haartransplantationstechniken, die wir ebenfalls anwenden. Wenn Sie sich fragen, wie die beste Haartransplantation durchgeführt wird – die Antwort lautet: mit der Implanter-Pen-Methode (Stift-Technik). Leider wird diese Technik in unserem Land häufig fälschlicherweise als DHI-Haartransplantation bezeichnet. Tatsächlich gibt es jedoch keine eigenständige Methode namens DHI-Haartransplantation. DHI (Direct Hair Implantation) ist lediglich der Name eines Unternehmens, das die Implantation mit einem Stift anbietet. Die Details zur sogenannten DHI-Methode haben wir in einem gesonderten Artikel ausführlich beschrieben.
Die Stick-and-Place-Methode (Nadel-Technik)
Diese Methode liefert in Bezug auf die Ergebnisse sehr gute Resultate, ist jedoch in der Anwendung recht anspruchsvoll. Mit einer Kanüle wird jeweils ein Kanal gestochen und gleichzeitig ein Graft eingesetzt. Der gesamte Eingriff wird vom Arzt allein durchgeführt. Die Methode ermöglicht eine dichte Implantation und ist zudem kostengünstig, da kein gesonderter Schritt zur Kanalöffnung erforderlich ist. Der Nachteil besteht jedoch in der geringeren Geschwindigkeit – in einer Sitzung können durchschnittlich nicht mehr als 1.000 bis 1.500 Grafts implantiert werden. Die Blutung ist im Vergleich zur Stift-Methode etwas stärker ausgeprägt. Die Methode erfordert zudem kein großes Team. Man kann die Stift-Methode (Implanter Pen) als eine weiterentwickelte Version der Stick-and-Place-Methode betrachten.
Abschluss der Operation und Verlassen der Klinik
Sie haben eine anstrengende Phase hinter sich – wir können uns gut vorstellen, dass Sie erschöpft sind. Nach Abschluss der Implantation werden Ihre Haare mit einer sterilen isotonischen Lösung gereinigt, um eventuelle Blutreste zu entfernen. Bitte stehen Sie nicht abrupt vom Behandlungstisch auf, da es sonst zu einem reflektorischen Blutdruckabfall kommen kann. Wenn Sie sich schwach fühlen, bieten wir Ihnen gerne Fruchtsaft oder Ayran an – das hilft, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Nach der Operation können leichte Schmerzen auftreten; Ihr Arzt wird sich darum kümmern. Um Druck auf den Hinterkopf auszuüben, wird ein Verband angelegt. Bitte entfernen Sie diesen Verband nicht bis zur ersten Haarwäsche.
Nach der OP wird die vereinbarte Gebühr fällig. Wir halten es für richtig, die Zahlung erst nach Abschluss des Eingriffs entgegenzunehmen. Manche Zentren verlangen die Bezahlung jedoch bereits vor der Operation – das ist ebenfalls üblich. Jede Klinik hat diesbezüglich ihre eigenen Regelungen.
Nach dem Eingriff erhalten Sie zudem alle notwendigen Nachsorgehinweise. Wir übergeben unseren Patienten am Ende der Operation ein kostenloses Nachsorgepaket. In manchen Kliniken wird ein solches Paket möglicherweise gegen Aufpreis angeboten.
Was enthält ein solches Nachsorgepaket?
- Kissenschoner: Legen Sie diesen Schoner zu Hause über Ihr Kissen, um zu verhindern, dass die Kopfhaut am Stoff reibt oder das Kissen verschmutzt wird.
- Nackenkissen / Reisekissen: Mit einer Nackenstütze können Sie nach der OP bequemer schlafen, da sie den Kopf in einer stabilen Position hält.
- Schmerzmittel: Meist genügen bereits einfache Schmerzmittel, um eventuelle Beschwerden nach dem Eingriff zu lindern.
- Shampoo: In der Regel empfehlen wir für den ersten Monat nach der Transplantation ein mildes Babyshampoo.
- Ödemhemmende Medikamente: Präparate wie Dekort oder Prednol (Kortisonpräparate) sind in der Regel sehr wirksam gegen Schwellungen nach der Haartransplantation.
- Waschlotion: Diese Lotion wird vor der ersten Haarwäsche aufgetragen, um die Krusten auf der Kopfhaut aufzuweichen und die Reinigung zu erleichtern.
Wir haben die Frage „Wie wird eine Haartransplantation durchgeführt?“ ausführlich beantwortet. Die Operation ist nun abgeschlossen – Sie können sich jetzt in Ihr Hotel oder nach Hause begeben und sich ausruhen. Unser Rat: Wenn möglich, sollten Sie bis zur ersten Haarwäsche nicht unnötig nach draußen gehen. Was Sie nach der Haartransplantation sonst noch erwartet, erfahren Sie in unserem ausführlichen Artikel zur Zeit nach der Haartransplantation.
Sourses
- Hair Transplantation: Current Concepts and Techniques Walter P.Unger https://doi.org/10.1111/j.1087-0024.2005.10111.x https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352587817300372
