Wer eine Haartransplantation in Betracht zieht, dem steht vor dem Eingriff eine aufregende und mitunter herausfordernde Zeit bevor. Es ist eine völlig neue Situation – etwas, das man so noch nie erlebt hat. Man bekommt von Freunden, Bekannten und aus dem Internet die unterschiedlichsten Meinungen und Ratschläge zu hören, sodass die Verwirrung schnell groß ist. Genau hier setzt unser Artikel an: Wir geben Ihnen Antworten auf alle Fragen, die in der Vorbereitungsphase auf Sie zukommen können.
Manche Menschen überlassen sich in dieser Phase bereits der ersten Einrichtung, die ihnen begegnet, ohne ausreichend zu recherchieren. Andere hingegen gelangen erst nach ausführlicher Recherche zu den gewünschten Ergebnissen.
- a) Araştırma Aşaması
- b) Karar ve Ön Görüşme aşaması
- c) Karar Sonrası Saç Ekimine Kadar Geçen Süre
Die Recherchephase vor der Haartransplantation
Wie gelangen Interessenten an die benötigten Informationen? Auf welchen Wegen treffen Menschen, die eine Haartransplantation in Betracht ziehen, letztlich ihre Entscheidung für diesen Eingriff? Es lohnt sich, diese Fragen kurz zu betrachten.
- a) Empfehlungen von Freunden und Bekannten:In vielen Fällen sehen Interessierte jemanden, der bereits eine Haartransplantation hinter sich hat, und nehmen direkt Kontakt zu der entsprechenden Klinik auf – ohne zuvor großartig selbst zu recherchieren.
- b) Friseure und Barbiere: Besonders beim männlichen Kundenstamm ist das Thema Haar beim Friseurbesuch allgegenwärtig. Männer, die sich die Haare schneiden lassen, vertrauen in der Regel ihrem Friseur und folgen oft dessen Empfehlungen.
- c) Internet (Google, Facebook, Instagram): Auf Plattformen wie Google, Facebook und Instagram findet sich für alle, die sich vor einer Haartransplantation informieren möchten, eine riesige Informationsfülle. Bei der Recherche ist jedoch Vorsicht geboten, da die Gefahr von Falschinformationen groß ist. Zudem betreiben viele Haartransplantationszentren im Internet und in den sozialen Medien einen erbitterten Wettbewerb und schalten dort umfangreiche Werbemaßnahmen.
- d) Internetforen zum Thema Haartransplantation: In speziellen Foren rund um die Haartransplantation lassen sich hingegen sehr fundierte Informationen finden. Die Erfahrungsberichte, Empfehlungen sowie positiven und negativen Meinungen von Patienten, die den Eingriff bereits selbst durchgeführt haben, stellen für Interessenten eine wichtige Referenz dar.
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Das Erstgespräch mit dem Arzt oder der Klinik
Zu den ersten Schritten vor einer Haartransplantation gehört die Kontaktaufnahme mit dem in Betracht gezogenen Zentrum oder dem behandelnden Arzt. Dieser erste Kontakt erfolgt in der Regel entweder im Rahmen eines persönlichen Vorgesprächs nach vorheriger Terminvereinbarung oder in Form einer ärztlichen Untersuchung vor Ort. Erst nach Abschluss der erforderlichen medizinischen Abklärungen wird auf Grundlage der ärztlichen Erstuntersuchung entschieden, ob der Patient für eine Haarnaklung geeignet ist.
In der Regel erfolgt die Kontaktaufnahme über die Telefonnummer der Klinik, per E-Mail oder über verschiedene Messenger-Dienste wie WhatsApp. Die Kliniken bitten in den meisten Fällen um erste Fotos, die den vorderen, seitlichen und oberen Kopfbereich sowie die Spenderregion zeigen. Diese Aufnahmen sind zwar nicht bindend für eine endgültige Entscheidung, aber dennoch äußerst hilfreich für die erste Einschätzung vor der Transplantation. Darüber hinaus sollte der Arzt auch über eventuelle gesundheitliche Besonderheiten informiert werden, da diese den Eingriff beeinflussen können. Ein guter Dialog zwischen Arzt und Patient vor der Operation ist daher unerlässlich. Nach einem kurzen Vorgespräch und einer ersten Untersuchung wird der Arzt entscheiden, ob Sie für eine Haartransplantation geeignet sind.
Wir möchten nun einmal annehmen, dass Sie sich bereits zu einem persönlichen Gespräch in einem Haartransplantationszentrum befinden, und versuchen, diese Erstberatung für Sie lebendig werden zu lassen. Was passiert bei diesem Vorgespräch und der anschließenden Untersuchung? Welche Fragen werden dabei gestellt? Betrachten wir die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Kontaktdaten und allgemeine Informationen
- Körperliche Untersuchung / Haaruntersuchung
- Bisher eingenommene Medikamente und durchgeführte Behandlungen (bezogen auf das Haar)
- Befragung / Anamnese
- Laboruntersuchungen
- Patientenerwartungen & ärztliche Beurteilung nach der Untersuchung
- Geplanter Transplantatbedarf (Graft-Anzahl) und Kostenangebot
Werfen wir nun einen genaueren Blick auf diese sieben Hauptpunkte.
1. Allgemeine Kontaktdaten
Es werden in der Regel Angaben wie Ihr vollständiger Name, Ihre E-Mail-Adresse, Ihre Telefonnummer sowie die Kontaktdaten einer zweiten Person für Notfälle von Ihnen erfragt. Diese Informationen dienen dazu, Sie sowohl vor als auch nach dem Eingriff jederzeit erreichen zu können. Wir bitten zudem um die Telefonnummer einer nahestehenden Person, um im Notfall eine zusätzliche Ansprechperson zu haben.
- a) Alter: Eine Haartransplantation in sehr jungen Jahren kann risikobehaftet sein. Die Planung sollte unter Berücksichtigung der Spenderkapazität und der familiären Veranlagung für Haarausfall erfolgen. Jüngere Patienten haben oft sehr hohe Erwartungen. Wenn die Anzahl der verfügbaren Grafts nicht ausreicht, um diese Erwartungen zu erfüllen, kann von einer Transplantation abgeraten werden.
- b) Geschlecht:Bei Frauen sollten die Ursachen des Haarausfalls vor einer Transplantation mithilfe detaillierter Laboruntersuchungen eindeutig geklärt werden.
- c) Beruf:Insbesondere bei Arbeitern in der Industrie, etwa Lackierern oder Personen, die Benzol ausgesetzt sind, kann es durch chemische Einflüsse zu Haarausfall kommen.
- d) Blutgruppe: Die Blutgruppe gehört zur allgemeinen medizinischen Routine. Sie kann zwar nur in sehr seltenen Fällen benötigt werden, ist jedoch für den Notfall von Bedeutung.
2 – Die Haaruntersuchung
Die körperliche Untersuchung konzentriert sich überwiegend auf den Zustand des Haares. In bestimmten Fällen kann der Arzt jedoch auch weitere Untersuchungen durchführen, sofern er dies für erforderlich hält.

- Art des Haarausfalls: Bei Männern sollte der Grad des Haarausfalls anhand der Norwood-Klassifikation, bei Frauen anhand der Ludwig-Klassifikation bestimmt werden. Die verschiedenen Formen des Haarausfalls werden wir in einem gesonderten Artikel ausführlich erläutern. Bei sehr weit fortgeschrittenen Formen wie Norwood 7 kann eine Haartransplantation unter Umständen nicht geeignet sein. Vor dem Eingriff ist es wichtig, die Kapazität der Spenderregion genau zu berechnen. Die Norwood- und Ludwig-Klassifikationen dienen uns dabei als wertvolle Orientierung.
- Struktur und Qualität des Haares: Man kann grob zwischen feinem, mittlerem und kräftigem Haar unterscheiden. Sehr feines Haar stellt in der Regel einen gewissen Nachteil dar. Darüber hinaus können auch Bart- und andere Körperhaare begutachtet werden. Bei vielen Patienten wird aufgrund einer unzureichenden Spenderkapazität eine Bart-Haartransplantation in Betracht gezogen.
- Haarform: Hier kann zwischen glattem, welligem und lockigem Haar unterschieden werden. Besonders bei sehr lockigem Haar, wie es beispielsweise bei Menschen afrikanischer Herkunft vorkommt, kann es bei der Entnahme mittels FUE-Methode zu Graft-Verlusten kommen. Vor allem in den USA besteht daher bei stark lockigem Haar eine Tendenz, zur FUT-Methode zu raten.
- Haarfarbe: Die gängigsten Haarfarben sind Weiß, Schwarz, Braun, Rot und Blond. Die Entnahme und Transplantation von weißem Haar ist vergleichsweise schwieriger. Es kann daher vor dem Eingriff empfohlen werden, die Haare zu färben.
3. Bisher verwendete Medikamente und durchgeführte Behandlungen
Um sich vor der Haartransplantation ein fundiertes Urteil bilden zu können, ist es für den Arzt wichtig, zu erfahren, welche Medikamente, Shampoos oder anderen Produkte Sie in der Vergangenheit verwendet haben. Viele Menschen, die unter Haarausfall leiden, haben irgendwann in ihrem Leben verschiedene Mittel und Produkte zur Bekämpfung des Haarverlusts ausprobiert. Dazu gehören unter anderem:
- Frühere Haartransplantationen: Der Arzt wird im Rahmen der Untersuchung darüber informiert. Um die verbleibende Graft-Kapazität richtig einschätzen zu können, ist es hilfreich zu wissen, wie viele Grafts bereits bei einem früheren Eingriff verpflanzt wurden.
- Finasterid (z. B. Proscar®, Propecia®): Finasterid zählt zu den wirksamsten Medikamenten gegen Haarausfall. Es können jedoch bestimmte Nebenwirkungen auftreten.
- Minoxidil (z. B. Rogaine®): Minoxidil ist neben Finasterid eines der beiden von der FDA zugelassenen Medikamente gegen Haarausfall. Es ist als Spray oder Schaum erhältlich.
- PRP- und Mesotherapie-Behandlungen: Es sollte abgeklärt werden, ob der Patient bereits solche Behandlungen erhalten hat und wie die Ergebnisse waren.
- Biotin, Procapil (z. B. Hair Forte®):Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln oder Wirkstoffprodukten wie Biotin und Procapil.
- Anwendung von „Mavi Su“ (Blue Water / Blaues Wasser): Ein Produkt, das derzeit durch Werbung stark beworben wird und in Mode gekommen ist.
- Haarprothesen (Toupet/Perücken): Manche Menschen haben in einer bestimmten Lebensphase eine Haarprothese getragen und sich später für eine Transplantation entschieden.
- Toppik® oder andere verwendete Shampoos: Anwendung von Haarpudern wie Toppik® sowie speziellen Shampoos.
- Rauchen und Alkoholkonsum: Es wird nach dem Konsum von Nikotin und Alkohol gefragt.
4. Die Fragen des Arztes
Während der Untersuchung vor der Haartransplantation wird Ihr Arzt Ihnen verschiedene Fragen stellen. Diese geben ihm wichtige Hinweise für die Beurteilung einer möglichen Operation.
- Die Vorgeschichte des Haarausfalls: Der Arzt sollte wissen, seit wann der Haarausfall besteht und ob ein saisonaler Zusammenhang erkennbar ist. Das Verhältnis zwischen Geschwindigkeit des Haarverlusts und dem Alter des Patienten gibt dem Arzt wichtige Hinweise.
- Die familiäre Vorgeschichte von Haarausfall: Haarausfall steht in engem Zusammenhang mit genetischen Faktoren. Daher sollte nach dem Verlustmuster bei blutsverwandten Personen gefragt werden – etwa Vater, Mutter, Geschwister, Onkel oder Tante. Dies ist wichtig, um das mögliche Fortschreiten des Haarausfalls im höheren Alter besser einschätzen zu können.
- Vorgeschichte chronischer Erkrankungen: Insbesondere Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herzleiden sollten vor der Operation unbedingt mitgeteilt werden. Falls erforderlich, kann der behandelnde Arzt eine Konsultation mit den entsprechenden Fachärzten veranlassen.
- Eingenommene Medikamente (insbesondere Blutverdünner): Bestimmte Medikamente können mit den bei der Haartransplantation verwendeten Lokalanästhetika in Wechselwirkung treten. Blutverdünner wie Coumadin oder andere Herz-Kreislauf-Medikamente können die Blutungsneigung erhöhen. In solchen Fällen kann es notwendig sein, diese Medikamente vorübergehend abzusetzen. Am besten ist es jedoch, den Patienten an seinen behandelnden Arzt – etwa einen Kardiologen oder Internisten – zu überweisen, um gemeinsam zu klären, ob eine vorübergehende Pause der Medikation vertretbar ist und ob einer Lokalanästhesie keine Bedenken entgegenstehen.
- Allergien in der Vorgeschichte: Es kann zu allergischen Reaktionen auf die bei der Transplantation verwendeten Medikamente kommen. Daher muss der Arzt unbedingt darüber informiert sein, ob beim Patienten bereits früher Allergien aufgetreten sind.
5. Laboruntersuchungen
Die vor einer Haartransplantation erforderlichen Laboruntersuchungen geben uns wichtige Hinweise im Hinblick auf mögliche haarbedingte Ursachen. Besonders vor einer Transplantation bei Frauen sind diese Tests unbedingt durchzuführen. Ein Blutbild (Hämogramm) gibt Aufschluss über mögliche Anämien. Darüber hinaus ist es wichtig, vor dem Eingriff über Infektionskrankheiten wie Hepatitis B, Hepatitis C oder HIV (Aids) informiert zu sein. Insbesondere in unserem Land besteht häufig die Tendenz, HIV-positive Patienten nicht zur Transplantation zuzulassen.
Unserer Meinung nach ist dies jedoch ein großer Fehler. Natürlich stellt sich die Frage, wie eine Haartransplantation bei HIV-positiven Patienten durchgeführt werden kann – und die Antwort lautet: genauso wie bei jedem anderen Patienten. Wenn ein HIV-positiver Patient eine Blinddarmoperation erhalten kann, kann ihm auch eine Haartransplantation durchgeführt werden. Unser Ziel bei diesen Tests ist es nicht, Patienten auszuschließen, sondern vielmehr, den operierenden Arzt und das Team zu schützen, indem wir gegebenenfalls zusätzliche Schutzmaßnahmen ergreifen können.
Bei Patienten mit Herzproblemen können zusätzliche Untersuchungen wie ein EKG erforderlich sein. In solchen Fällen ist es am besten, den Patienten an einen Kardiologen zu überweisen. Wenn eine Haartransplantation bei einer Frau geplant ist, sind darüber hinaus weitere Tests erforderlich, darunter ein Blutbild (Hämogramm), Schilddrüsenfunktionstests (T3, T4, TSH), eine Schilddrüsenultraschalluntersuchung sowie die Bestimmung des Gesamttestosteronspiegels im Blut.
6. Die Erwartungen des Patienten und die ärztliche Einschätzung
Dies ist einer der wichtigsten Faktoren für die Entscheidung über eine Haartransplantation. Nachdem alle vorangegangenen Schritte abgeschlossen sind, ist es an der Zeit, dass der Arzt seine fachliche Beurteilung für einen möglichen Eingriff abgibt. Ein erfahrener Arzt kann bereits vor der Operation recht gut einschätzen, ob nach dem Eingriff ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden kann. Dabei spielen auch die Vorstellungen und Erwartungen des Patienten eine wesentliche Rolle. Der Arzt ist verpflichtet, dem Kandidaten klar und offen darzulegen, wie das ungefähre Ergebnis nach etwa 8 bis 10 Monaten aussehen wird.
Ein guter Haartransplantations-Chirurg wird einen Eingriff ablehnen, wenn die Spenderkapazität unzureichend ist, keine signifikante Veränderung des Erscheinungsbildes erreicht werden kann und – was am wichtigsten ist – er den Eindruck hat, dass der Patient mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein wird. Andernfalls ist die Wahrscheinlichkeit eines unbefriedigenden oder gescheiterten Ergebnisses sehr hoch.
7. Graft-Planung und Kostenangebot
Dies ist einer der wichtigsten Aspekte der Operationsplanung. Wir müssen genau wissen, wie viele Grafts insgesamt aus der Spenderregion im Hinterkopf entnommen werden können. Auch die Anzahl der Bart- und Brusthaargrafts, die als Reserve dienen können, sollte berücksichtigt werden. Dennoch bleibt das Kopfhaar die Hauptquelle. Man sollte jedoch nicht vergessen: Ein Wunder zu erschaffen, ist nach unserem Glauben allein Gottes Sache. Unsere Aufgabe als Haartransplantationschirurgen besteht darin, Haare aus der Spenderregion zu entnehmen und in die kahlen Bereiche zu verpflanzen – mit anderen Worten: eine Verlagerung von Haaren. Dem Patienten muss außerdem klar mitgeteilt werden, ob der Eingriff mit oder ohne Rasur durchgeführt wird und ob Körperhaare mitverwendet werden sollen.
Wie viele Grafts können wir also der Spenderregion entnehmen, ohne sie zu schädigen oder zu entstellen? Wie groß ist die zu transplantierende kahle Fläche in Quadratzentimetern? Mit anderen Worten: Wie viele Grafts würden nach dem Eingriff durchschnittlich pro Quadratzentimeter verteilt sein? Wenn dieses Verhältnis stimmig ist, kann die Operation problemlos empfohlen werden. Wenn jedoch aus der Spenderregion maximal 2.000 bis 2.500 Grafts entnommen werden können, die kahle Fläche jedoch sehr groß ist – etwa bei Norwood 7, wo für eine vollständige Abdeckung rund 10.000 bis 15.000 Grafts nötig wären –, dann ist eine Haartransplantation nicht sinnvoll.
Wenn der Patient zudem sehr hohe Erwartungen hat und dazu noch sehr jung ist, wird er nach dem Eingriff mit großer Wahrscheinlichkeit unzufrieden sein. Aus diesem Grund ist eine sorgfältige und realistische Graft-Planung vor der Operation von entscheidender Bedeutung.
Anschließend wird die Klinik Ihnen die Kosten für den Eingriff mitteilen. Die Preise können pro Graft berechnet werden oder aber unabhängig von der Graft-Anzahl sein. Weitere Informationen zum Thema (Haartransplantationskosten) finden Sie in unserem entsprechenden Artikel.
Die Zeit nach der Entscheidung bis zur Haartransplantation
Sie haben sich mit einem oder mehreren Ärzten bzw. Haartransplantationszentren beraten und sich schließlich für eine Klinik entschieden. Nun beginnt für Sie eine aufregende Zeit. Bis zum Tag des Eingriffs kann es sein, dass Ihr Arzt Ihnen bestimmte Empfehlungen ausspricht – etwa, was Sie vor der OP tun oder lassen sollten und worauf Sie besonders achten müssen. Wir raten Ihnen, diese Ratschläge unbedingt zu befolgen.
Manche Zentren verlangen vor der Operation eine Anzahlung, die oft als „Kaparo“ bezeichnet wird. Wir möchten uns hier nicht dazu äußern, ob dies richtig oder falsch ist. Worauf Sie jedoch unbedingt achten sollten: Halten Sie Abstand von Anbietern, die versuchen, Sie mit Lockangeboten oder Slogans wie „Kampagne“ telefonisch oder über andere Kommunikationswege an sich zu binden – ohne Sie zuvor persönlich gesehen oder zumindest Ihre Fotos ausgewertet zu haben. Leider ist es durchaus möglich, dass Ihnen in der Zeit vor der Haartransplantation solche Situationen begegnen.
Kriterien, die die Entscheidung für eine Haartransplantation beeinflussen
Es gibt eine Vielzahl von Kriterien, die bei der Recherche vor einer Haartransplantation eine Rolle spielen können. Werfen wir nun einen Blick auf die wichtigsten:
- Die Kosten der Haartransplantation: Der Preis ist für viele Interessenten ein sehr wichtiges Kriterium. Manche halten die günstigste Klinik automatisch für die beste, während andere glauben, dass teurere, luxuriösere Einrichtungen bessere Ergebnisse liefern. Wie bereits erwähnt, sind Foren in dieser Hinsicht oft sehr einflussreich.
- Vorher-Nachher-Ergebnisse: Viele Entscheidungen fallen auch auf Grundlage von Vorher-Nachher-Fotos bereits behandelter Patienten. Besonders wirkungsvoll ist es, wenn man echte Ergebnisse im Bild sehen kann – das beeinflusst die Entscheidung enorm.
- Anwesenheit des Arztes während der Operation: In unserem Land wird die Haartransplantation leider viel zu häufig als einfache Dienstleistung wie beim Friseur wahrgenommen. Umso wichtiger ist es, dass bei der Recherche vor dem Eingriff genau geprüft wird, ob der Arzt persönlich an der Operation beteiligt ist. Viele bewusste Patienten legen großen Wert darauf und treffen ihre Entscheidung maßgeblich danach.
- Die angewandte Operationstechnik: Interessenten, die sich mit den technischen Details wie FUT, FUE, DHI, Mikromotor oder manueller Methode auseinandersetzen, zeigen oft eine stärkere Präferenz für Zentren, die ihre bevorzugte Technik anbieten.
- Werbung (insbesondere Google-Anzeigen): Vor allem Google-Werbeanzeigen sind für viele potenzielle Patienten eine wichtige Informationsquelle. Die Zahl derjenigen, die sich von solchen Anzeigen beeinflussen lassen, ist nicht zu unterschätzen.
- Der Ort, an dem die Operation durchgeführt wird: Krankenhäuser, Polikliniken und medizinische Zentren sind gesetzlich als zugelassene Einrichtungen für Haartransplantationen definiert. Während viele Patienten keine Eingriffe an Orten durchführen lassen möchten, die nicht den medizinischen Standards entsprechen, gibt es leider auch viele, die sich dieser Risiken nicht bewusst sind.
- Unterstützung nach der Operation: Dies ist ein oft unterschätzter, aber äußerst wichtiger Punkt. Die von Ihnen gewählte Klinik oder der Arzt sollte auch nach dem Eingriff für Sie erreichbar sein und Sie in allen möglichen Situationen unterstützen können – das ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal.
Wichtige Hinweise:
Man sollte sich stets vor Augen halten: Eine Haartransplantation ist ein chirurgischer Eingriff – wenn auch ein kleiner. Weder sollte man ihn medizinisch überbewerten, noch sollte man ihn auf die leichte Schulter nehmen. Haarausselbst stellt medizinisch gesehen keine Krankheit dar. Ab etwa 30 Jahren sind zwei von drei Menschen mehr oder weniger davon betroffen. Haarausfall ist kein Makel oder Mangel – es ist in der Regel eine genetisch bedingte Erscheinung. Die meisten Menschen, die eine Haartransplantation wünschen, tun dies, um sich wohler und selbstbewusster zu fühlen. Wenn jedoch jemand vor dem Eingriff bereits eine starke, fast zwanghafte Fixierung auf das Thema entwickelt hat, kann es sinnvoll sein, zunächst einen Psychologen aufzusuchen.
Es ist wichtig, vernünftig und realistisch zu bleiben. Wenn die kahle Fläche deutlich größer ist als die verfügbare Spenderkapazität, sollte man keine übertriebenen Erwartungen haben. Jemand, der beispielsweise 50.000 bis 60.000 Grafts verloren hat, kann mit 4.000 bis 5.000 transplantierten Grafts niemals den ursprünglichen Zustand wiederherstellen. Vorsicht ist daher geboten bei Versprechungen, die eine Rückkehr zum Haarstatus mit 18 Jahren in Aussicht stellen.
Do’s and Don’ts
- Wählen Sie am Tag der Operation ein Kleidungsstück, das Sie bequem über den Kopf ziehen können, ohne an den Haaren zu streifen – beispielsweise ein Hemd mit Knöpfen. Pullover oder Kleidungsstücke mit engem Ausschnitt sollten Sie vermeiden, da das An- und Ausziehen den transplantierten Grafts schaden könnte.
- Die präoperativen Prinzipien bei Eingriffen wie Haartransplantationen bei Frauen, Augenbrauen- oder Barttransplantationen sind im Wesentlichen identisch. Besondere Anforderungen werden in den jeweiligen spezifischen Artikeln behandelt.
- Wenn Sie Alkohol konsumieren, sollten Sie diesen einige Tage vor dem Eingriff meiden. Die wissenschaftliche Evidenz für einen negativen Einfluss von Zigarettenkonsum auf das Operationsergebnis ist hingegen nicht eindeutig belegt.
- Es wird empfohlen, blutverdünnende Medikamente vor der OP abzusetzen. Wenn Sie solche Präparate einnehmen, halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt.
- Anwender von Minoxidil sollten die Anwendung etwa eine Woche vor der Operation einstellen.
- Patienten mit Diabetes, Bluthochdruck oder anderen chronischen Erkrankungen sind verpflichtet, diese vorab mitzuteilen. Die einzige Erkrankung, bei der eine Haartransplantation aus medizinischer Sicht absolut kontraindiziert ist, ist Hämophilie – eine angeborene Blutgerinnungsstörung. Bei allen anderen Erkrankungen entscheidet der behandelnde Arzt individuell. Sofern die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind – beispielsweise eine eingestellte Diabetes unter entsprechender Antibiotikaprophylaxe – steht einer Transplantation nichts im Wege.
- Bei stark ausgeprägter Aufregung oder Stress kann der Arzt vor der Operation ein Beruhigungsmittel verabreichen.
- Falls der Eingriff nicht in Sedation (kurzfristige Narkose) durchgeführt wird, sollten Sie zur OP nüchtern erscheinen. Erfolgt die OP unter Sedation, müssen Sie etwa 5 bis 6 Stunden vorher nichts mehr essen oder trinken.
