Patienten, die eine Haartransplantation in Betracht ziehen, fragen sich häufig, ob der Eingriff schmerzhaft ist. In Beratungsgesprächen wird die Frage nach Schmerzen fast immer gestellt. Viele Menschen sind unentschlossen, weil sie glauben, dass eine schmerzfreie Haartransplantation nicht möglich sei. Wir sagen es Ihnen ganz deutlich: Ja, es tut weh. Denn während der Anästhesie wird man zwangsläufig – ob stärker oder schwächer – Schmerzen verspüren. Wenn Ihnen jemand verspricht, dass Sie gar nichts spüren werden, sollten Sie dem nicht glauben. Jeder Mensch hat eine individuelle Schmerzschwelle. Bei der Anästhesie empfinden Personen mit einer niedrigen Schmerzschwelle den Schmerz deutlich stärker, während Personen mit einer hohen Schmerzschwelle ihn weniger intensiv wahrnehmen. Kurz nach der Betäubung ist der Schmerz jedoch vollständig verschwunden. Das Thema Anästhesie bei der Haartransplantation werden wir in einem weiteren Artikel ausführlich behandeln.

Ist eine schmerzfreie Haartransplantation möglich?
Was ist eine Anästhesie bei der Haartransplantation? Ist eine schmerzfreie Haartransplantation wirklich möglich? Und wie kann der Komfort durch die richtige Anästhesie gesteigert werden? Schauen wir uns die Antworten auf diese Fragen an.
Bei der Anästhesie für die Haartransplantation kommen drei Methoden zum Einsatz. Diese sind:
- Lokalanästhesie: Die überwiegende Mehrheit der Haartransplantationen wird unter Lokalanästhesie durchgeführt. Dabei werden sowohl die Spenderregion als auch die Empfängerregion betäubt.
- Sedierung: Auch als „Haartransplantation im Dämmerschlaf“ bekannt. Das Bewusstsein des Patienten wird vorübergehend vermindert, sodass er den Eingriff nicht bewusst wahrnimmt und sich später nicht daran erinnert.
- Nadelfreie Anästhesie: Mit einem modernen Druckinjektionsgerät wird das Anästhetikum unter die Haut gebracht – ganz ohne Nadel.
Die Lokalanästhesie ist die am häufigsten angewandte Betäubungsmethode. Dabei ist der Patient vollständig bei Bewusstsein – er kann sprechen, sich unterhalten und ist sich aller Vorgänge bewusst. Eine Vollnarkose, wie sie im Volksmund oft befürchtet wird, kommt hier nicht zum Einsatz. Stattdessen wird die Kopfhaut mit feinen Nadeln punktiert und die Nerven werden vorübergehend blockiert. Das Schmerzempfinden ist dadurch vollständig ausgeschaltet. Patienten beschreiben dieses Gefühl oft mit Sätzen wie: „Mein Kopf fühlt sich an wie Beton“ oder „Ich würde nicht einmal spüren, wenn mir jemand einen Nagel in den Kopf schlagen würde.“
Bei der FUE-Methode wird die Lokalanästhesie auf zwei verschiedene Arten angewendet.
- Zunächst wird der Nackenbereich betäubt, um die Grafts zu entnehmen. Anschließend wird die Empfängerregion für die Implantation vorbereitet und ebenfalls betäubt. Es werden also zwei separate Bereiche betäubt – und der Patient verspürt während der Anästhesie zweimal ein Schmerzgefühl. Die Dauer dieses Schmerzes beträgt im Durchschnitt etwa 30 bis 60 Sekunden pro Betäubung.
Was ist eine nadelfreie Haartransplantation?

Die nadelfreie Anästhesie wurde entwickelt, um den Schmerz während der Lokalanästhesie zu reduzieren. Tatsächlich handelt es sich auch hier um eine Form der Lokalanästhesie – mit dem Ziel, den Behandlungskomfort zu erhöhen. Das Betäubungsmittel wird nicht mit einer Nadel, sondern mit Hilfe eines Druckgeräts sehr schnell unter die Haut gebracht. Dabei wird der Schmerz als leichtes Stechen – vergleichbar mit einem Mückenstich – empfunden. Im Anschluss wird die Lokalanästhesie wie gewohnt durchgeführt; da die Haut jedoch bereits teilweise betäubt ist, wird kaum noch ein Schmerz wahrgenommen. Besonders für Patienten mit einer sehr niedrigen Schmerzschwelle ist diese Methode von Vorteil. Bei Patienten mit einer hohen Schmerztoleranz setzen wir sie in der Regel nicht ein.
Fazit: Eine Haartransplantation ist nicht vollkommen schmerzfrei. Während der Betäubung wird man – ob stärker oder schwächer – Schmerzen verspüren. Danach ist der Eingriff selbst jedoch schmerzfrei. Wer Schönheit will, muss auch ein wenig Schmerz in Kauf nehmen – doch mit modernen Methoden lässt sich das Schmerzempfinden auf ein Minimum reduzieren.
