Körperhaartransplantation

Die Haarverpflanzung von Körper- und Brusthaaren ist eine der Methoden, die wir bei der FUE-Methode anwenden, wenn die Spenderkapazität im Nackenbereich nicht ausreicht. Dieses Verfahren wird als Body Hair Transplant (BHT) bezeichnet – also die Verpflanzung von ausreichend Körperhaaren in die kahlen Areale. (Auch der Begriff BHT-Haartransplantation ist gebräuchlich.)

Besonders für Männer stellt Haarausfall oft eine erhebliche psychische Belastung dar. Bei androgenetischen Haarausfalltypen, bei denen die Nackenhaare nicht ausreichen, gewinnen Brusthaare zunehmend an Bedeutung. Bei der FUE-Haartransplantation führt eine übermäßige Überschreitung der Spenderkapazität zu einer Beeinträchtigung der Integrität der Nackenregion. In diesem Fall könnte man sagen: Man opfert die Spenderregion, um das Empfangsareal zu versorgen – mit möglicherweise negativen Folgen. Daher ist es nicht ratsam, die Nackenregion übermäßig zu beanspruchen. Patienten, die sich für eine Haarverpflanzung mit Körperhaaren entscheiden, tun dies aufgrund von Problemen mit der Spenderkapazität. Als Lösung rücken dann Brust-, Bart- und andere Körperhaare in den Vordergrund. Die Brusthaartransplantation wird als dritte Alternative nach Kopf- und Barthaaren angewandt.

Die Weiterentwicklung der FUE-Methode in den letzten Jahren hat die Brusthaartransplantation in den Vordergrund gerückt. Die feste Brustkorbstruktur bietet bei der Entnahme von Brusthaaren mit der FUE-Technik einen Vorteil gegenüber anderen Körperregionen. Doch wie genau erfolgt die Haarverpflanzung von Körperhaaren? Wir können mit Stolz sagen, dass wir zu den wenigen Haartransplantationskliniken gehören, die diesen Eingriff erfolgreich durchführen. Im Allgemeinen werden etwa 3–5 % aller Haartransplantationen mit Brusthaaren durchgeführt.

Verwendung von Körperhaaren bei der Haartransplantation

Körperhaartransplantation– Vor- und Nachteile

Zunächst sei betont, dass nicht jedes Körperhaar für eine Haartransplantation geeignet ist. Körperhaare werden zudem niemals als erste Wahl in Betracht gezogen.

  • Der wichtigste Kriterium für die Brusthaartransplantation ist, dass die Brusthaare dick und fest sind. Andernfalls steigt die Verlustrate während der Entnahme, und schwache, leblose Haare haben auch im Empfängerbereich nur geringe Überlebenschancen.
  • Brusthaare bestehen in der Regel aus Einzelgrafts, was sie für Verdichtungen bei der Haartransplantation besonders vorteilhaft macht.
  • Die Anagenphase von Körperhaaren ist – mit Ausnahme der Barthaare – kürzer als die von Kopfhaaren. Daher sind sie feiner und kürzer. Brusthaare werden im Durchschnitt nicht länger als 5–6 cm.
  • Da Brusthaare während der Wachstumsphase oft lockig sind, eignen sie sich weniger für die vordere Haarlinie, sondern eher für die mittleren und hinteren Kopfbereiche.
  • Ein Vorteil der Körperhaartransplantation ist, dass Patienten auf diese Weise unerwünschte Körperhaare loswerden können. Männern mit Haarausfall, die eine Haartransplantation in Betracht ziehen und auch über eine Laser-Haarentfernung am Brustbereich nachdenken, empfehlen wir, dies gut zu überlegen – insbesondere bei Norwood 5–6–7 können Brusthaare von unschätzbarem Wert als Reserve sein.
  • Darüber hinaus können Brust- oder Barthaare problemlos auf FUT-Narben oder andere Narben transplantiert werden, um diese zu kaschieren.
  • Bei der Korrektur einer gescheiterten Haartransplantation sind Körperhaare eine gute Alternative, wenn nicht mehr genügend Kopfhaargrafts zur Verfügung stehen. Die feineren Körperhaare eignen sich hervorragend, um das Erscheinungsbild einer fehlerhaften Transplantation zu mildern.
  • Körperhaare aus Brust, Bauch, Beinen oder Rücken wachsen in einem flacheren Winkel als Kopfhaare. Daher muss der durchführende Arzt über große Erfahrung in der Entnahme solcher Haare verfügen.
Technik der Haartransplantation mit Körperhaaren

Welche Körperhaare können für die Haartransplantation genutzt werden?

Bei dem Begriff „Körperhaare“ denkt man natürlich zunächst an alle Körperhaare. Doch welche davon sind tatsächlich geeignet?

  • a) Barthaare (Bart-zu-Kopf-Transplantation): Diese stellen unsere erste Wahl bei der Körperhaartransplantation dar. Wir haben dieses Thema ausführlich in unserem Artikel zur Barthaartransplantation behandelt. Etwa jeder fünfte Patient kommt für die Verwendung von Barthaaren in Frage.
  • b) Brusthaare (Brusthaartransplantation): Dies ist das Thema unseres Artikels. Hinzu kommen auch Bauch- und Beinhaare als mögliche Spenderquellen.
  • c) Andere Körperhaare (Scham-, Achsel-, Rücken-, Schulter- und Beinhaare): In der Praxis führen wir keine Haarverpflanzung mit diesen Körperhaaren durch. Die Entnahme von Weichkörperhaaren ist technisch anspruchsvoll und mit einer hohen Verlustrate verbunden. Für die Augenbrauentransplantation können jedoch Schamhaare als Spender dienen. Dr. Umar in den USA hat mit der Bein-Haartransplantation sehr erfolgreiche Ergebnisse erzielt.

Wie wird eine Brust-zu-Kopf-Haartransplantation durchgeführt?

In der Praxis gibt es kaum Unterschiede zwischen der Entnahme von Nackenhaaren und der Entnahme von Brusthaaren. Die Lokalanästhesie wird auf die gleiche Weise durchgeführt. Weltweit wurde die Entnahme von Körperhaaren zwar vereinzelt auch in Vollnarkose durchgeführt, jedoch haben wir dies in unserer Klinik nie praktiziert – wir führen die Entnahme von Körperhaaren ausschließlich unter Lokalanästhesie durch. Allerdings gibt es hierbei einen entscheidenden Nachteil.

Aufgrund der definierten anatomischen Nervenpunkte der Kopfhaut kann die Lokalanästhesie mit deutlich geringeren Dosen auskommen. Im Brustbereich sind diese anatomischen Strukturen hingegen nicht oberflächlich lokalisiert, sodass jede Entnahmestelle separat anästhesiert werden muss. Daraus resultiert ein deutlich höherer Bedarf an Anästhetikum pro Flächeneinheit (cm²). Dies hat zur Folge, dass die täglich entnehmbare Anzahl an Brustgrafts limitiert ist.

In Körperregionen wie Brust, Beinen oder Bauch ist die Gewebespannung – der sogenannte Turgor – geringer als am Kopf. Daher wird die Haut vor der Entnahme mit einer Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %) unterspült, um sie aufzuspannen. Andernfalls wäre die Entnahme der Grafts äußerst schwierig, und das Risiko von Schäden an den Follikeln würde erheblich steigen. Körperhaare liegen zudem nur etwa 3–4 mm tief. Ein Arzt, der überwiegend an der Kopfhaut arbeitet, könnte bei der Entnahme von Körperhaaren Schwierigkeiten haben – was die Verlustrate erhöhen würde. Bei erfahrenen Ärzten ist die Verlustrate jedoch deutlich geringer.

Im Rahmen unserer klinischen Praxis entnehmen wir täglich durchschnittlich 500 bis 1.500 Brustgrafts. Eine Überschreitung von 1.500 Grafts pro Tag wird von uns nicht befürwortet. Bei geplanter Entnahme einer höheren Anzahl ist eine Aufteilung auf mehrere Tage zu empfehlen – sowohl im Hinblick auf den Behandlungskomfort als auch auf die Patientensicherheit. Zudem ist es ratsam, die Anästhesie nicht großflächig, sondern in mehreren kleinen Sektoren durchzuführen.

Wenn eine Entnahme aus der Brust oder anderen Körperregionen geplant ist, empfehlen wir die Anwendung von Minoxidil über einen bestimmten Zeitraum vor dem Eingriff. Durch die topische Anwendung dieser Lösung soll die Anagenphase der Haare im Zielbereich verlängert werden.

Nach der Anästhesie unterscheidet sich die Entnahme von Körperhaaren nicht von der Entnahme von Kopfhaargrafts. Die Entnahme kann sowohl mit dem Mikromotor als auch manuell (FUE-Technik) erfolgen. Dabei ist es wichtig, auf den Winkel der Brusthaare zu achten – andernfalls kann die Verlustrate hoch sein. Brusthaare sind kürzer als Kopfhaare, daher sollte beim Entnehmen nicht zu tief gegangen werden. Zur Erleichterung der Entnahme kann Kochsalzlösung unter die Haut gespritzt werden. Bei der Implantation der Körperhaare erzielen wir mit der DHI-Technik sehr gute Ergebnisse. Darüber hinaus kann die Körperhaartransplantation auch erfolgreich mit der rasierfreien FUE-Methode durchgeführt werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Brusthaare wachsen nicht unbegrenzt wie Kopf- oder Barthaare. In der Regel erreichen sie eine maximale Länge von etwa 5–6 cm.
Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Ausdehnung der kahlen Areale und der insgesamt verfügbaren Graft-Anzahl ist entscheidend. Bei unzureichender Kopfhaar-Spenderkapazität können alternative Quellen wie Brust- oder Barthaare in Betracht gezogen werden. Die endgültige Entscheidung hierüber sollte jedoch in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt nach einer eingehenden Untersuchung getroffen werden.
Theoretisch ist eine Haartransplantation aus dem Schambereich möglich. Allerdings können wir aus unserer praktischen Erfahrung nicht von durchweg positiven Ergebnissen berichten. Gelegentlich wird diese Region für kleinere Eingriffe genutzt – beispielsweise bei der Augenbrauentransplantation bei Frauen, bei der nur eine geringe Anzahl an Grafts benötigt wird.
Ja, selbstverständlich. Die Entnahme aus der Brust ist ein aufwendiger und zeitintensiver Eingriff. Da die täglich entnehmbare Graft-Anzahl geringer ist, liegen die Kosten pro Graft – bezogen auf den Gesamteingriff – höher als bei der Entnahme von Kopfhaaren.
Die grundlegende Regel lautet: Wenn das Haar im Spenderbereich kräftig ist und nicht ausfällt, wird es auch in der transplantierten Region nicht ausfallen. Bei schwachen, leblosen Brusthaaren ist die langfristige Überlebensrate auf der Kopfhaut hingegen gering.
Die Antwort hängt von der Qualität und Dichte der Brusthaare des Patienten ab. In der Regel können 3.000 bis 4.000 Brustgrafts entnommen werden – jedoch auf mehrere Tage verteilt.
Bei jedem chirurgischen Eingriff bleiben – ob groß oder klein – zwangsläufig Narben auf der Haut zurück. Es wäre nicht korrekt zu behaupten, dass überhaupt keine Narben entstehen. Entscheidend ist vielmehr, dass die Entnahme gleichmäßig und homogen erfolgt.
Die Anwendung von Minoxidil auf der Brustregion – etwa einen Monat vor dem Eingriff begonnen – sowie das Rasieren der Brust mit einem Rasierer können dem Arzt helfen, die kräftigen Brusthaare gezielt auszuwählen.

Sourses

1- Body Hair Transplant by Follicular Unit Extraction

Dr. Hakan Doğanay
Dr. Hakan Doğanay

Dr. Hakan Doğanay begann seine Tätigkeit im Bereich der Haartransplantation im Jahr 2003. Seit 2010 setzt er bei seinen Eingriffen die Implanter-Pen-Technik (DHI-Methode) ein. Bis heute hat er über 10.000 Eingriffe erfolgreich durchgeführt. Dr. Doğanay ist Mitglied internationaler Fachgesellschaften für Haarchirurgie, darunter AHLA, IAHRS und ISHRS.