Dieser Artikel wurde von Dr. Hakan Doğanay verfasst, um alle Fragen rund um die rasurfreie Haartransplantation wissenschaftlich fundiert und korrekt zu beantworten.
Was ist eine rasurfreie Haartransplantation?
Als rasurfreie Haartransplantation wird eine Methode bezeichnet, bei der die Haare nicht vollständig oder teilweise rasiert werden. Die Vorstellung, eine Haartransplantation durchführen zu lassen, ohne die Haare abrasieren oder kürzen zu müssen, ist für viele Interessenten äußerst attraktiv. Zudem wünschen sich viele Patienten, dass der Eingriff bereits in den ersten Tagen von anderen nicht bemerkt wird.
Bei der klassischen FUE-Methode werden die Haare am gesamten Kopf auf eine Länge von etwa 1 Millimeter rasiert – also auf Null. Bei der rasurfreien Methode entfällt diese vollständige Rasur. Wir können mit Sicherheit sagen, dass die Türkei bei rasurfreien Haartransplantationen weltweit führend ist.
Die Fortschritte in der FUE-Technik haben die Erwartungen der Patienten deutlich erhöht – insbesondere in Bezug auf den Behandlungskomfort. Die rasurfreie Haartransplantation ist ein Meilenstein dieser Entwicklung. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es sich hierbei nicht um eine neue Methode handelt. Wir wenden sie bereits seit 2009 bei geeigneten Patienten an, was auch auf unseren seit den 2000er Jahren bestehenden Webseiten dokumentiert ist. Dr. Hakan Doğanay zählt zu den Pionieren der rasurfreien Haartransplantation. Diese Technik wurde übrigens bereits früher im Rahmen der FUT-Methode häufig angewandt – ein Verfahren, das wir heute nicht mehr praktizieren.
Rasurfreie Haartransplantation – wer ist geeignet?
Bei der Recherche zur Haartransplantation stellen Patienten heute immer häufiger Fragen wie: „Bieten Sie auch eine rasurfreie Haartransplantation an?“, „Ist eine Transplantation ohne Rasur möglich?“ oder „Kann man Haare transplantieren, ohne sie zu schneiden?“. Diese Methode hat sich als äußerst praktisch erwiesen, insbesondere im Hinblick auf die Rückkehr in den beruflichen Alltag. Leider haben viele Patienten aufgrund der Rasur lange Zeit von einer Haartransplantation Abstand genommen. Die Möglichkeit, schnell in den sozialen und beruflichen Alltag zurückzukehren, hat das Interesse an Haartransplantationen ohne Rasur erheblich gesteigert. Die rasurfreie FUE-Technik nimmt heute einen festen Stellenwert in unserem Behandlungsspektrum ein.
Zunächst sollte klargestellt werden, dass nicht jeder Kandidat für eine rasurfreie Haartransplantation geeignet ist.
8 geeignete Kandidaten für eine rasurfreie Haartransplantation
- Männer mit geringem Graft-Bedarf (z. B. Norwood 2–3): Bis zu 2000 Grafts können ohne Rasur problemlos transplantiert werden.
- Patienten, die eine DHI-Haartransplantation (Implanter-Pen-Methode) planen.
- Haartransplantationen bei Frauen.
- Die rasurfreie FUE eignet sich besonders gut für Augenbrauentransplantationen.
- Transplantationen im Vertex- (Scheitel-) oder Crown-Bereich.
- Männer mit einer Spenderhaarlänge von mindestens 8 bis 10 cm im Nackenbereich.
- Personen, bei denen eine Auffüllung (Verdichtung) lichter Stellen geplant ist.
- Patienten, die sich einer zweiten oder dritten Sitzung unterziehen, können ebenfalls von der rasurfreien Methode profitieren.
Die oben genannten 8 Gruppen sind ideale Kandidaten für eine rasurfreie Haartransplantation. Für Männer mit einem hohen Graft-Bedarf oder für diejenigen, die eine Kanalmethode bevorzugen, ist dieses Verfahren jedoch möglicherweise weniger geeignet. Schauen wir uns nun an, wie die rasurfreie Haartransplantation tatsächlich durchgeführt wird. Diese Methode kann auf verschiedene Weise angewendet werden.
Wie wird eine rasurfreie Haartransplantation durchgeführt?
Die Methoden der rasurfreien Haartransplantation lassen sich kurz in drei Gruppen unterteilen. Werfen wir nun einen Blick auf diese Verfahren.
a) Die Spenderregion wird teilweise rasiert, die Empfängerregion bleibt unrasiert:
Diese Methode ist eine der am häufigsten von uns angewandten Techniken. Die Spenderregion wird dabei partiell rasiert. Voraussetzung für diese Anwendung ist, dass die Haare in der Spenderregion ausreichend lang sind – die Nackenhaare sollten mindestens 8 bis 10 Zentimeter Länge aufweisen. Im Nackenbereich wird ein oder zwei Bereiche von etwa 2 × 10–15 cm wie bei einer herkömmlichen Haartransplantation rasiert – ähnlich wie bei der FUT-Methode. Aus dieser rasierten Fläche werden die Haarwurzeln wie bei der klassischen FUE-Methode einzeln entnommen. Die darüber liegenden, nicht rasierten Haare verdecken durch ihre natürliche, horizontale Wuchsrichtung die rasierte Stelle und kaschieren sie. Dadurch sind weder die Rasur noch die kleinen Entnahmestellen im Spenderbereich bereits am ersten Tag sichtbar. Während diese Technik bei der Kanalmethode relativ schwierig umzusetzen ist, kann sie mit der DHI-Methode wesentlich einfacher durchgeführt werden.
Besonders bei Haartransplantationen für Frauen wenden wir diese Methode seit 2009 routinemäßig an. Mit dieser Technik können in einer Sitzung bis zu 2000 Grafts entnommen werden. In den folgenden Bildern sehen Sie Beispiele für partielle Rasur. Falls mehr Grafts erforderlich sind, kann die Behandlung mit dieser Methode in 2 bis 3 Sitzungen im Abstand von etwa einem Jahr durchgeführt werden. Im unteren Bild sehen Sie die teilweise rasierte Spenderregion bei dieser Technik.


b) Vollständig rasurfreie Anwendung:
Die Spenderregion wird überhaupt nicht rasiert. Mit speziellen FUE-Punch-Instrumenten werden die Grafts einzeln zwischen den vorhandenen Haaren entnommen. Es handelt sich um eine äußerst anspruchsvolle und zeitaufwändige Methode. Pro Sitzung können maximal 500 bis 700 Grafts entnommen werden. In der Praxis wird sie daher nur selten angewandt. Bei dieser Methode werden die Haarwurzeln mit speziell konstruierten FUE-Punches entnommen – dies ist ausschließlich manuell möglich und nicht mit einem Mikromotor durchführbar. Die Anwendung beschränkt sich auf Fälle mit sehr geringem Graft-Bedarf. Bekannter ist dieses Verfahren unter der Bezeichnung „Longhair-FUE“. Dabei besteht jedoch ein erhöhtes Risiko, dass die Grafts während der Entnahme beschädigt werden. Zudem kommt es in den ersten 15 bis 45 Tagen nach der Operation ohnehin zu einem Schockausfall – die transplantierten Haare fallen auch bei dieser Methode aus, selbst wenn sie zunächst lang waren.
c ) Donor Bölge Tıraşlı, Ekim Bölgesi Tıraşsız

Diese Methode ist besonders für Fälle mit hohem Graft-Bedarf geeignet. Die Spenderregion wird vollständig rasiert, sodass aus einem größeren Areal eine hohe Anzahl an Grafts entnommen werden kann. Die Empfängerregion bleibt entweder unrasiert oder kann auf 2 bis 3 cm gekürzt werden. In einer Sitzung können aus der Spenderregion – wie bei der herkömmlichen, vollrasierten Technik – 4000 bis 5000 Grafts gewonnen werden. Dieses Verfahren ist ideal zur Verdichtung lichter Stellen.
Bei der Kanalmethode können die nicht rasierten, langen Haare während der Implantation beschädigt werden. Die DHI-Methode (Implanter-Pen) hingegen ist für diese rasurfreie Anwendung besonders gut geeignet. Diese Art der Haartransplantation ohne Rasur wird eher von ausländischen Patienten als von türkischen Staatsbürgern bevorzugt. Türkische Patienten wünschen sich in der Regel, dass – wenn die Nackenregion bereits vollständig rasiert wird – auch die vordere und obere Kopfpartie rasiert wird. Im obigen Bild sehen Sie eine Anwendung, bei der die Spenderregion vollständig rasiert wurde, während die Empfängerregion unrasiert blieb. Diese Methode ist besonders geeignet für Transplantationen im Vertexbereich sowie für Verdichtungen.
Mit Ausnahme der Rasur sind die übrigen Schritte bei der rasurfreien Methode mit denen der herkömmlichen FUE-Technik identisch. Die Gestaltung der Haarlinie, die Entnahme der Grafts, die Betäubung der Empfängerregion sowie die eigentliche Implantation folgen denselben Verfahrensabläufen.
Vereinbaren Sie jetzt ein Beratungsgespräch mit Dr. Hakan Doğanay.
Warum werden die Haare rasiert?
Bei der herkömmlichen FUE-Haartransplantation müssen die Haare auf eine Länge von 1 bis 2 Millimetern rasiert werden – also auf Null. Das entspricht etwa einer Länge von 2 bis 3 mm. Bei der FUE-Operation werden die Grafts aus der Spenderregion entweder mit einem Mikromotor oder manuell entnommen. In beiden Fällen ist eine kurze Rasur der Haare erforderlich, um die Grafts sicher und problemlos entnehmen zu können. Auf diese Weise können – je nach Spenderkapazität – bis zu 5000 bis 6000 Grafts entnommen werden. Bei der rasurfreien Methode ist diese Anzahl in einer Sitzung selbstverständlich nicht erreichbar.
Rasurfreie DHI-Haartransplantation
Die Anwendung ohne Rasur hat sich als beliebte Alternative zur klassischen FUE-Haartransplantation etabliert – vor allem aufgrund ihrer zahlreichen Vorteile. Besonders bei der Kanalmethode erschwert die Länge der Haare das Öffnen der Kanäle erheblich, weshalb die Rasur der Empfängerregion bei dieser Technik zwingend erforderlich ist. Mit der DHI-Methode hingegen kann problemlos zwischen den vorhandenen Haaren implantiert werden. Die Pen-Technik bietet somit einen entscheidenden Vorteil für die rasurfreie Anwendung. Erfahrungsberichte von Patienten, die sich einer rasurfreien Haartransplantation unterzogen haben, finden Sie in zahlreichen nationalen und internationalen Foren. Wir können mit Sicherheit sagen: Die beste Wahl für eine Haartransplantation ohne Rasur ist die DHI-Methode (Implanter-Pen).
Die rasurfreie Haartransplantation bietet nicht nur Vorteile, sondern hat auch einige Nachteile. Werfen wir nun einen kurzen Blick darauf.
Welche Vorteile bietet eine Haartransplantation ohne Rasur?
- Unabhängig davon, ob die Methode partiell rasiert oder vollständig rasurfrei durchgeführt wird, verläuft die sichtbare Heilung im Vergleich zur klassischen FUE mit Rasur deutlich schneller – auch wenn die biologische Heilungsdauer gleich bleibt. Dadurch ist die Rückkehr in den Berufsalltag wesentlich früher möglich – in manchen Fällen bereits am Tag nach dem Eingriff.
- Die Krustenbildung im Empfänger- und Spenderbereich lässt sich problemlos kaschieren.
- Bei der rasurfreien Methode ist bereits am zweiten Tag oft nicht mehr erkennbar, dass eine Haartransplantation durchgeführt wurde – selbst der Ehepartner oder die Kinder bemerken es möglicherweise nicht.
- Die Methode ist besonders sicher für die Auffüllung lichter Stellen, da die Implantation zwischen den vorhandenen Haaren ohne Rasur erfolgen kann. Besonders gut eignet sich hierfür die Implanter-Pen-Technik (DHI).
- Bei Haartransplantationen für Frauen ist eine vollständige Rasur wenig sinnvoll. Aus dieser Perspektive betrachtet, ist die rasurfreie Methode eine ideale Lösung.
- Zudem entfällt bei Frauen der zeitliche Verlust, der durch das Nachwachsen der Haare auf die ursprüngliche Länge entstehen würde.
- Bei der Verdichtung lichter Stellen gilt: Sind die Haare auf Null rasiert, sind kahle Bereiche schwerer zu erkennen. Bei langen Haaren hingegen sind lichte oder kahle Stellen deutlich sichtbarer – insbesondere wenn die Haare nass sind. Dies ist ein entscheidender Vorteil der rasurfreien Methode. Viele Kliniken vertreten die gegenteilige Auffassung und behaupten, dass lichte Stellen bei langen Haaren schwerer zu erkennen seien. Als Klinik mit über 10 Jahren Erfahrung in der rasurfreien Haartransplantation vertreten wir jedoch die gegenteilige Meinung: Besonders bei nassen Haaren sind lichte Stellen bei langen Haaren viel deutlicher sichtbar.
Die Nachteile der rasurfreien Haartransplantation
- Bei der Haartransplantation ohne Rasur ist es leider nicht möglich, eine hohe Anzahl an Grafts zu entnehmen. Wir empfehlen, pro Sitzung maximal 2000 Grafts zu setzen. Bei einem höheren Graft-Bedarf kann eine zweite oder dritte Operation im Abstand von etwa 10 bis 12 Monaten erforderlich sein – was durchaus als Nachteil betrachtet werden kann.
- Hinsichtlich postoperativer Komplikationen gibt es zwischen der rasierten und der rasurfreien FUE-Methode keine Unterschiede.
- Die Haarwäsche nach dem Eingriff gestaltet sich bei der rasurfreien Methode schwieriger als bei der rasierten Variante. Die Krusten im Empfängerbereich müssen vor der Wäsche mit einer Creme eingeweicht werden, wodurch die Haare verkleben können. Die Wäsche erfordert daher besondere Sorgfalt. Wir empfehlen, die erste Haarwäsche nach einer rasurfreien Haartransplantation in der Klinik oder beim behandelnden Arzt durchführen zu lassen.
- Bei der rasurfreien Anwendung mit der Kanalmethode besteht die Gefahr, dass die vorhandenen Haare im Empfängerbereich beschädigt werden.
Die Zeit nach der rasurfreien Haartransplantation und die Ergebnisse
Zwischen der Erholungsphase nach einer herkömmlichen Haartransplantation und der nach der rasurfreien Methode gibt es in der Praxis keinen Unterschied. Lediglich bei der Haarwäsche nach dem Eingriff ist bei der rasurfreien Technik etwas mehr Vorsicht geboten. Insbesondere bei Frauen kann die auf die Haare aufgetragene Creme an den Haarsträhnen haften bleiben, was die Wäsche erschweren kann. Das Risiko von Komplikationen ist bei Einhaltung der medizinischen Standards mit dem der klassischen FUE-Haartransplantation identisch.
Nach einer rasurfreien Haartransplantation tritt der Schockausfall zwischen dem 15. und 25. Tag auf – genau wie bei der herkömmlichen Methode. Auch der weitere Verlauf des Ergebnisses entspricht dem der klassischen Haartransplantation. Das neue Haarwachstum beginnt in der Regel zwischen dem 4. und 6. Monat. Die Ergebnisse der rasurfreien Haartransplantation sind äußerst zufriedenstellend – nach etwa einem Jahr ist das gewünschte Endergebnis sichtbar.
Sind die Preise für eine rasurfreie Haartransplantation anders?
Rasurfreie Haartransplantationen sind spezielle Eingriffe, die ein hohes Maß an Erfahrung des behandelnden Arztes erfordern. Nicht jedes Haartransplantationszentrum ist in der Lage, diese Methode anzuwenden. Der zeitliche und personelle Aufwand ist im Vergleich zu einer herkömmlichen Operation deutlich höher. Wir berechnen für die rasurfreie Methode einen geringen Aufpreis gegenüber den regulären Haartransplantationspreisen. Die Preisgestaltung kann von Klinik zu Klinik variieren – manche Zentren berechnen pro Graft, andere arbeiten mit Pauschalpreisen. Wir bevorzugen eine Abrechnung auf Graft-Basis. In Europa und den USA liegen die Preise für rasurfreie Haartransplantationen üblicherweise zwischen 6 und 10 Euro pro Graft. Gerne informieren wir Sie bei einer persönlichen Kontaktaufnahme detailliert über unsere Preise für die rasurfreie Methode.
