Der Begriff „Vertex“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „höchster Punkt“ oder „Scheitelpunkt“. Wir verwenden den Begriff Vertex-Haartransplantation für Eingriffe, die im obersten Bereich des Kopfes sowie in der unmittelbaren Umgebung durchgeführt werden. Man könnte auch von einer Haartransplantation im Scheitelbereich sprechen. Im englischsprachigen Raum wird dieser Bereich oft als „Crown“ bezeichnet. Die Haartransplantation im Vertexbereich unterscheidet sich aufgrund bestimmter Besonderheiten von klassischen Eingriffen. In diesem Artikel werden wir die spezifischen Merkmale der Vertex-Transplantation im Detail betrachten.
Haarausfall im Vertexbereich (Scheitelregion)
Der Haarausfall im Vertexbereich ist ein typisches Beispiel für androgenetischen Haarausfall. Er ist genetisch und hormonell bedingt. Wenn bereits der Vater unter vertexbetontem Haarausfall leidet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch die gleiche Region beim Sohn betroffen sein wird. Gemäß der Norwood-Klassifikation kann bei den folgenden Typen von einer Vertex-Haartransplantation gesprochen werden: Typ III Vertex, Typ IV, Typ V, Typ VI und Typ VII.
- Typ III Vertex: Im Vertexbereich beginnen die Haare sichtbar auszudünnen.
- Typ IV: Die Ausdünnung wird deutlich ausgeprägter, und die betroffene Fläche beginnt sich zu vergrößern.
- Typ V: Im Vertexbereich ist die Glatzenbildung nun vollständig sichtbar. Der Haarausfall schreitet sowohl nach vorne als auch nach hinten fort, und die kahl werdende Fläche vergrößert sich zunehmend.
- Typ VI und Typ VII: Es handelt sich um fortgeschrittene Haarausfallstadien mit ausgeprägter Glatzenbildung. In der Regel ist die gesamte Kopfoberfläche von Haarausfall und Kahlheit betroffen.

Die Geschwindigkeit des Haarausfalls variiert bei den oben genannten Typen von Person zu Person. Der genetische Faktor hat dabei einen direkten Einfluss auf die Ausfallgeschwindigkeit.
Wie funktioniert die Haartransplantation am Oberkopf?
Da die zwischenmenschliche Kommunikation in der Regel von Angesicht zu Angesicht oder Blickkontakt geprägt ist, liegt die erste Priorität bei Menschen mit Haarausfall in der Regel auf den vorderen Bereichen. Bei weit verbreitetem Haarausfall wie den Typen 6 und 7 treten der Scheitelbereich und die hinteren Areale in den Hintergrund. Bei vertexspezifischen Haarausfallmustern wie Typ III Vertex oder Typ IV kann diese Region jedoch gut abgedeckt werden.
Bei der Planung einer Haartransplantation im Vertexbereich sollten die Spenderkapazität, die Geschwindigkeit des Haarausfalls und die Ausdehnung der kahlen Fläche berücksichtigt werden. Reichen die Spenderhaare nicht aus, um die kahle Region vollständig zu bedecken, ist es ratsam, von einer Vertex-Transplantation abzusehen. In einem solchen Fall ist es sinnvoller, eine medikamentöse Therapie für den Scheitelbereich in Betracht zu ziehen.
Es ist wichtig zu bedenken, dass eine Transplantation im Vertexbereich in jungen Jahren ein erhebliches Risiko darstellt. Eine alleinige Entscheidung anhand der familiären Haarausfallgeschichte kann hier in die Irre führen. Die Geschwindigkeit und das Fortschreiten des Haarausfalls bei einem jungen Patienten sind oft nicht vorhersehbar. Ein Patient im Alter von 45 bis 50 Jahren, der lediglich einen Vertex-Haarausfall vom Typ III Vertex aufweist, ist hingegen ein idealer Kandidat für eine Vertex-Transplantation.
- Die Vorbereitung für eine Haartransplantation im Vertexbereich unterscheidet sich nicht von anderen Eingriffen. Die Größe der kahlen Fläche und der benötigte Graft-Bedarf werden berechnet.
- Der Scheitelbereich zeigt in der Regel eine kreisförmige Ausdünnung. Die Fläche wird mit der Formel π × r² berechnet, und die Anzahl der Grafts ergibt sich aus der geplanten Dichte pro Quadratzentimeter – idealerweise zwischen 35 und 40 Grafts pro cm².
- Die Lokalanästhesie und die Graft-Entnahme entsprechen der klassischen FUE-Technik. Für die Vertex-Transplantation sind Barthaare oder Brusthaare eine gute alternative Spenderquelle. Wichtig ist, dass Barthaare mit den Kopfhaaren vermischt transplantiert werden. Aufgrund ihrer Dicke und Stärke haben Barthaare im Vergleich zu Kopfhaaren sogar eine höhere Anwachsrate.
- Der entscheidende Unterschied zur klassischen Transplantation liegt jedoch in der Platzierungsphase der Grafts. Diese besondere Phase der Implantation wollen wir nun genauer betrachten.
Vertex haartransplantation
Die Transplantation im Vertexbereich stellt sowohl in technischer Hinsicht als auch im Hinblick auf die Erfolgsaussichten einen besonders anspruchsvollen Eingriff dar. Die kutane Dicke im Scheitelbereich ist im Vergleich zur frontalen Region erhöht, bei gleichzeitig verminderter vaskulärer Versorgung. Eine geringere Perfusion der Empfängerregion führt zu einer reduzierten Anwachsrate der transplantierten Grafts. Aus diesem Grund sollte die Transsektionsrate bei der Planung einer Vertex-Transplantation bereits präoperativ berücksichtigt werden.

Der erste Schritt der Vertex-Transplantation ist die Anästhesie der Empfängerregion. Die Anwendung der Betäubung erfolgt dabei auf die gleiche Weise wie bei der klassischen Haartransplantation.
Die zweite Phase umfasst das Öffnen der Kanäle und das Einsetzen der Grafts. Dieser Schritt kann sowohl mit der klassischen FUE- als auch mit der DHI-Methode durchgeführt werden. In unserer Praxis bevorzugen wir jedoch die Stift-Methode (DHI). Unabhängig davon, ob die DHI- oder die klassische Technik angewendet wird, ist dies der entscheidende Schritt der Vertex-Transplantation. Die Haare im Scheitelbereich weisen charakteristische Winkel und Ausrichtungen auf, die von Patient zu Patient variieren können. Werden diese Winkel und Richtungen bei der Kanaleröffnung nicht beachtet, kann dies zu unnatürlichen und unbefriedigenden Ergebnissen führen.
Werfen wir einen kurzen Blick auf die Austrittswinkel und Richtungen der Haare im Vertexbereich. Die Haare im Scheitelbereich sind in einer spiralförmigen, kreisförmigen Anordnung ausgerichtet. Daher müssen die Kanaleröffnung und die Platzierung der Grafts parallel zu diesen kreisförmigen Verläufen erfolgen. Wenn der Eingriff von einer unerfahrenen Person durchgeführt wird und diese Regeln nicht beachtet werden, ist ein unbefriedigendes Ergebnis vorprogrammiert.
Die angelegten Winkel sollten niemals steil (senkrecht) sein. Ideal sind Winkel von 20 bis 25 Grad. Im vorderen und mittleren Bereich des Scheitels sollten die Haare nach vorne ausgerichtet sein. Zudem sollten die Richtungen fächerförmig nach rechts und links auseinanderlaufen, sodass ein Wirbelmuster entsteht. Wenn der Scheitelbereich nicht vollständig kahl ist, geben die vorhandenen Haare Aufschluss über die natürliche Wuchsrichtung. Die Transplantation sollte parallel zu den verbleibenden Haaren und mit denselben Winkeln erfolgen.
Bei geplanter Transplantation im kaudalen (unteren) Bereich des Vertex ist der Patient in Bauchlage zu positionieren. Dies ist erforderlich, da die Follikel in dieser Region eine nach inferior (unten) gerichtete Ausrichtung aufweisen müssen. Die Bauchlage ermöglicht eine präzise Bestimmung des Einstichwinkels.
Für den Vertex können mehrere Transplantationsoptionen in Betracht gezogen werden. Bei der Planung spielen Faktoren wie die Größe der kahlen Fläche, die Anzahl der verfügbaren Grafts, das Alter des Patienten und die Geschwindigkeit des Haarausfalls eine Rolle. Werfen wir nun einen Blick auf diese Planungsoptionen.
- Es wird eine kreisförmige Zeichnung angelegt, und die Transplantation erfolgt vom äußeren Rand des Kreises nach innen. Ziel ist es, den Durchmesser der kahlen Fläche zu verkleinern – nicht sie vollständig zu schließen. Diese Strategie wird vor allem bei begrenzter Graft-Anzahl bevorzugt.
- Eine weitere Option ist die Transplantation von der vorderen, mittleren Vertexregion nach hinten. Die nach unten gerichteten Partien des Vertex werden dabei ausgespart. Auch diese Vorgehensweise kommt bei unzureichender Spenderkapazität zur Anwendung. Das Ergebnis ist, dass der Patient die Haare länger trägt und sie nach hinten kämmt – um die nicht transplantierte Zone zu kaschieren.
- Bei einem dritteltypischen Muster wie Typ III Vertex, bei dem der Haarausfall auf den Vertex begrenzt ist und ausreichend Grafts zur Verfügung stehen, wird eine vollflächige Deckung der kahlen Region angestrebt.
Der postoperative Verlauf nach der Scheitel-Haartransplantation
Der postoperative Verlauf nach einer Transplantation im Scheitelbereich unterscheidet sich bis auf einige wenige Details nicht von der klassischen Haartransplantation.
- Das Waschen nach der OP läuft genauso ab wie bei der klassischen Methode. Schon am ersten Tag darf gewaschen werden. Die Krusten sollten nach etwa 10 Tagen ab sein.
- Schwellungen treten am Scheitel oft gar nicht auf. Außerdem kann man sich in der Regel bequemer hinlegen.
- Der Schockausfall ist am Scheitel etwas häufiger. Die Heilungsdauer ist aber genauso lang wie bei anderen Bereichen.
- Die Scheitel-Transplantation ist auch ohne komplette Rasur möglich – besonders mit der DHI-Methode. Die vorhandenen Haare helfen sogar dabei, die richtigen Winkel und Richtungen für die neuen Grafts zu bestimmen.
Die Ergebnisse der Scheitel-Haartransplantation
Wie bereits erwähnt, ist die Haartransplantation im Scheitelbereich ein anspruchsvollerer Eingriff. Die Verlustrate ist hier tendenziell etwas höher. Um die gewünschte Dichte zu erreichen, kann ein zweiter Eingriff nach etwa einem Jahr erforderlich sein. Zudem kann eine begleitende medikamentöse Therapie den Heilungs- und Wachstumsprozess unterstützen.
Bei der klassischen FUE-Methode beginnt das Haarwachstum in der Regel ab dem 4. Monat. Im Vertexbereich kann sich der Beginn des Haarwachstums jedoch bis zum 6. Monat verzögern. Für das Endergebnis der Scheitel-Transplantation ist daher etwas mehr Geduld gefragt.
Für Vorher-Nachher-Ergebnisse der Vertex-Haartransplantation können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
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