Eine Haartransplantation ist – wenn auch nur in minimalem Maße – ein chirurgischer Eingriff. Daher möchten diejenigen, die sich diesem Verfahren unterziehen möchten, selbstverständlich Antworten auf Fragen wie „Welche Risiken und Nebenwirkungen hat eine Haartransplantation?“ finden. Wir sind überzeugt, dass Sie in unserem Artikel auf alle Ihre Fragen rund um dieses Thema eine fundierte Antwort finden werden.
Ist eine Haartransplantation gesundheitlich unbedenklich?
Schätzungen zufolge werden in der Türkei täglich durchschnittlich 1500 bis 2000 Haartransplantationen durchgeführt. Bei einer so hohen Anzahl an Eingriffen kann es selbstverständlich gelegentlich zu unerwünschten Ergebnissen kommen. Es wäre jedoch falsch, aufgrund dieser Einzelfälle zu verallgemeinern und die Haartransplantation pauschal als schädlich einzustufen. Mit der Weiterentwicklung der FUE-Methode haben sich die Nebenwirkungen der Haartransplantation erheblich reduziert. Daher ist die Frage, ob eine Haartransplantation heutzutage gesundheitsschädlich ist, in den Hintergrund getreten.
Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei einer Haartransplantation um einen kleinen chirurgischen Eingriff. Bei diesem Eingriff werden mit feinen Nadeln verschiedene Manipulationen an der Kopfhaut vorgenommen. Sowohl bei der Entnahme der Haarwurzeln als auch beim Einsetzen der Grafts werden zahlreiche kleine Einstiche gesetzt. Demzufolge ist während dieser nadelfeinen Prozedur mit Schmerzen zu rechnen. Um diese Schmerzen zu vermeiden, ist vor dem Eingriff eine Anästhesie sowie die Gabe bestimmter Medikamente erforderlich. Selbst die Einnahme eines einfachen Schmerzmittels kann jedoch Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen und andere Risiken mit sich bringen. Daher sind auch bei einer Haartransplantation grundsätzlich die gleichen Komplikationen möglich wie bei anderen chirurgischen Eingriffen.
Welche Risiken birgt eine Haartransplantation?
Die gleichen Komplikationen, die auch bei anderen chirurgischen Eingriffen auftreten können, sind grundsätzlich auch im Rahmen einer Haartransplantation möglich. Hierbei handelt es sich jedoch um allgemeine chirurgische Risiken, die mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen gut beherrschbar sind. Die Risiken einer Haartransplantation lassen sich in wenige Hauptkategorien zusammenfassen – wobei es sich überwiegend um Risiken handelt, die im Zusammenhang mit der Anästhesie auftreten können.
Bei Haartransplantationen wird in der Regel eine Lokalanästhesie angewandt. Nur in seltenen Fällen kommt eine Sedierung zum Einsatz, bei der der Patient in einen schlafähnlichen Zustand versetzt wird. Lokalanästhetika gelten allgemein als sicher, dennoch können in Einzelfällen allergische Reaktionen auftreten.
- Plötzlicher Blutdruckabfall: Dieser kann als Reaktion auf die Lokalanästhesie auftreten. Ein venöser Zugang muss unbedingt gelegt sein. Durch Hochlagern der Beine oder eine leichte Kopftieflage normalisiert sich der Zustand in der Regel innerhalb kurzer Zeit.
- Schmerzschock und Erbrechen unter Anästhesie: Während der Betäubung kann es durch einen Schmerzschock zu einem plötzlichen Blutdruckabfall und vorübergehenden Bewusstseinsverlust kommen. Reflexartig können Erbrechen und infolge einer Aspiration eine Atemwegsverlegung auftreten. Dies ist ein sehr seltenes Ereignis. Als Vorsichtsmaßnahme wird empfohlen, vor dem Eingriff ein leichtes Frühstück zu sich zu nehmen – der Magen sollte jedoch nicht übermäßig gefüllt sein. Sofern eine Sedierung geplant ist, muss der Patient sechs Stunden vorher nüchtern bleiben.
- Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auf die Lokalanästhetika auftreten. Einige Lokalanästhetika enthalten zudem Adrenalin – ein Medikament, das auch in lebensbedrohlichen Situationen eingesetzt wird und Herzrhythmusstörungen verursachen kann. Als Lösung muss unbedingt ein erfahrener Arzt oder Anästhesist während des gesamten Eingriffs anwesend sein. Wir empfehlen, von einer Haartransplantation Abstand zu nehmen, wenn während des Eingriffs kein Arzt anwesend ist. Die Symptome können von einfachen Hautreaktionen wie Rötungen und Juckreiz bis hin zu schwerwiegenden Beschwerden wie Atemnot reichen. Vor Beginn des Eingriffs muss ein venöser Zugang gelegt werden, um im Notfall eine sofortige intravenöse Behandlung zu ermöglichen.
- Infektionsrisiko: Bei der Betrachtung möglicher Risiken einer Haartransplantation darf auch das Infektionsrisiko nicht außer Acht gelassen werden. Wie bei anderen chirurgischen Eingriffen muss höchste Sterilität gewahrt werden. Es muss sichergestellt sein, dass sämtliche verwendeten Instrumente steril sind. Bei Missachtung dieser Regeln kann es postoperativ zu Entzündungen oder Abszessbildungen in den transplantierten Arealen kommen – in solchen Fällen ist kein Haarwuchs zu erwarten. Darüber hinaus müssen angemessene Schutzmaßnahmen gegen übertragbare Erkrankungen wie Hepatitis B, Hepatitis C und HIV getroffen werden.
- Blutung: Bei der DHI-Methode treten Blutungen in der Regel kaum auf und sind unproblematisch. Bei der FUE-Methode kann es hingegen zu stärkeren Blutungen als erwartet kommen. Wenn der Patient blutverdünnende Medikamente einnimmt, muss vor dem Eingriff entschieden werden, ob diese abgesetzt werden sollen oder nicht.
Welche Nebenwirkungen können nach einer Haartransplantation auftreten?
Eigentlich ist es nicht ganz korrekt, diese Erscheinungen als „Nebenwirkungen“ der Haartransplantation zu bezeichnen. Vielmehr sollte man sie als normale, zu erwartende Begleiterscheinungen nach dem Eingriff betrachten. Die meisten dieser Begleiterscheinungen verschwinden von selbst, ohne dass eine spezifische Behandlung erforderlich ist. In einigen Fällen kann jedoch ein Eingreifen notwendig werden.
- Postoperative Schwellung: Eine Schwellung nach der Haartransplantation ist ein völlig normales Phänomen. Sie bildet sich in der Regel von selbst zurück und kann mit einfachen Maßnahmen gut behandelt werden.
- Schockausfall: Dieses Thema haben wir in unserem ausführlichen Artikel zum Schockausfall bereits detailliert behandelt. Es handelt sich hierbei um einen normalen Vorgang.
- Postoperative Schmerzen: Nach dem Eingriff können leichte Schmerzen auftreten, die jedoch mit einfachen Schmerzmitteln problemlos kontrolliert werden können. Beschwerden über Schmerzen nach der Transplantation sind selten.
- Juckreiz: Juckreiz nach der Transplantation ist völlig normal – er ist ein Zeichen des Heilungsprozesses. Bei starkem Juckreiz können entsprechende Medikamente eingesetzt werden.
- Pickel und Rötungen: Im Spender- und Empfängerbereich können nach der Transplantation Pickel und Rötungen auftreten. Solange diese nicht übermäßig ausgeprägt sind, ist keine Behandlung erforderlich – in der Regel verschwinden sie von selbst.
- Stöße und Traumata auf den Kopf nach der Transplantation: Die Tage nach dem Eingriff sind entscheidend für die Gesundheit der transplantierten Haarwurzeln. Besonders in den ersten zehn Tagen kann ein Stoß auf die Empfängerregion die Haarwurzeln schädigen.
Schäden durch fehlerhaft durchgeführte Haartransplantationen
Eigentlich ist dies der wichtigste Punkt, der bei dem Thema „Schäden durch Haartransplantationen“ zuallererst in den Sinn kommen sollte. Wir haben dieses Thema in unserem ausführlichen Artikel über schlechte und fehlerhafte Haartransplantationen bereits detailliert behandelt. Wer sich einer Haartransplantation unterzieht, möchte dies in der Regel tun, um sich selbst glücklicher zu fühlen. Leider enden viele Eingriffe aufgrund von fehlerhaften Anwendungen in einer Katastrophe – und viele dieser Schäden sind dauerhaft und irreversibel. In solchen Fällen steht der Patient vor der Aussicht, den Rest seines Lebens unglücklich zu verbringen. Aus diesem Grund sollten vor einer Haartransplantation die folgenden Punkte unbedingt geklärt werden.

- Ist der Patient überhaupt für eine Haartransplantation geeignet? Unserer Ansicht nach ist dies eine der wichtigsten Fragen, die vor einem Eingriff geklärt werden muss. Faktoren wie Alter, Graft-Kapazität, die Fläche der kahlen Areale (in cm²) sowie die persönlichen Erwartungen des Patienten müssen sorgfältig abgewogen werden. Erst auf dieser Grundlage kann der Arzt entscheiden, ob der Patient tatsächlich für eine Haartransplantation infrage kommt. Ein Patient, der nicht geeignet ist, würde von dem Eingriff nicht profitieren – im Gegenteil: er würde eher Schaden nehmen. Die negativen Ergebnisse würden sich darüber hinaus auch negativ auf die psychische Verfassung des Patienten auswirken.
- Natürliches Erscheinungsbild nach der Transplantation: Zwar sind die transplantierten Haare nachgewachsen, doch aufgrund einer fehlerhaft gestalteten vorderen Haarlinie entsteht ein unnatürliches Bild. Unserer Meinung nach sollte genau dies unter den „Schäden einer Haartransplantation“ verstanden werden. Das Ergebnis muss natürlich wirken und für Außenstehende nicht als Transplantation erkennbar sein.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Haartransplantation kein gesundheitsschädlicher Eingriff ist. Allerdings sollte sie unbedingt von einem Arzt oder unter dessen Aufsicht durchgeführt werden. Bei fachgerechter Durchführung nach den medizinischen Standards sinkt die Wahrscheinlichkeit möglicher Risiken erheblich.
