Kann ich ein gutes Ergebnis meiner Haartransplantation erwarten? Nach der Lektüre dieses Artikels werden Sie diese Frage selbst beantworten können. Wir werden in diesem Artikel die Faktoren, die das Ergebnis einer Haartransplantation beeinflussen, im Detail untersuchen. Die beiden wichtigsten Entscheidungskriterien für eine Haartransplantation sind die Ergebnisse und die Kosten. Vorher-Nachher-Bilder geben Interessenten wertvolle Hinweise. Mit der Weiterentwicklung der FUE-Methode sind heute nahezu perfekte Ergebnisse möglich. Im Internet finden Sie hierzu zahlreiche seriöse und informative Beiträge – allerdings gibt es auch viele irreführende Inhalte. Kliniken möchten verständlicherweise ihre besten Ergebnisse präsentieren. Unabhängige Foren, in denen Patienten ihre Ergebnisse frei teilen, bieten Interessenten jedoch eine besonders aufschlussreiche Orientierung.
Sind Sie geeignet für eine Haartransplantation?
Diese Frage ist die wichtigste, die sich ein Patient in der Entscheidungsphase für eine Haartransplantation stellen sollte. Sie können die Antwort darauf im Rahmen Ihrer eigenen Recherchen finden. Achten Sie jedoch darauf, dass der behandelnde Arzt, mit dem Sie sprechen, Ihnen hierzu korrekte Informationen gibt. Vergessen Sie nicht: Die besten Ergebnisse werden nur dann erzielt, wenn die Transplantation an geeigneten Patienten durchgeführt wird.
Ein erfolgreiches Haartransplantationsergebnis setzt drei wesentliche Faktoren voraus:
- Ausreichendes Anwachsen und Wachstum der transplantierten Grafts: Für ein erfolgreiches Ergebnis ist es erforderlich, dass der Großteil der transplantierten Grafts anwächst und sich normal entwickelt.
- Optimale Haardichte: Die Anzahl der Grafts pro Quadratzentimeter sollte ideal sein – ein zu lückenhaftes Ergebnis wird den Patienten auf Dauer nicht zufriedenstellen.
- Natürliches und unauffälliges Erscheinungsbild: Nach dem Eingriff muss ein natürliches, nicht als Transplantation erkennbares Ergebnis erwartet werden. Selbst wenn alle Grafts anwachsen und die Dichte stimmt, kann ein künstliches Erscheinungsbild nicht als Erfolg gewertet werden. Wir haben dieses Thema in unserem ausführlichen Artikel zur Natürlichkeit in der Haartransplantation bereits detailliert behandelt. Nun werfen wir einen genaueren Blick auf die Eignungskriterien für eine Haartransplantation.

11 Einflussfaktoren auf das Haartransplantationsergebnis
Das Ergebnis einer Haartransplantation kann je nach den folgenden 11 Kriterien variieren. Wenn Sie ein erfolgreiches Ergebnis anstreben, sollte anhand dieser Kriterien beurteilt werden, ob Sie für den Eingriff geeignet sind.
- Die Kriterien 1 bis 5 beziehen sich auf die präoperative Phase – sie sollten vor dem Eingriff recherchiert werden.
- Die Kriterien 6 bis 10 betreffen den operativen Eingriff selbst.
- Das 11. Kriterium bezieht sich auf die postoperative Phase.
1- Familiäre – genetische Faktoren und Alter
Das Alter spielt eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung für eine Haartransplantation. Insbesondere für jüngere Patienten sind die Geschwindigkeit des Haarausfalls und der Zustand der Spenderregion von großer Bedeutung. Die familiäre Vorgeschichte des Haarausfalls sollte unbedingt untersucht werden – dies ist für junge Patienten, die eine Haartransplantation in Betracht ziehen, von besonderer Relevanz. Insbesondere sollte der Haarausfall bei Verwandten ersten Grades wie Vater, Bruder, Onkel (väterlicher- und mütterlicherseits) bekannt sein. Beispielsweise besteht bei einem 20- bis 25-jährigen Mann, dessen Vater einen Haarausfall vom Norwood-Typ 6 oder 7 aufweist, eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er im Laufe der Jahre ein ähnliches Muster entwickelt. Für ein optimales Ergebnis sollten familiäre Faktoren und das Alter vor der Transplantation unbedingt abgeklärt werden. Im fortgeschrittenen Alter kann zudem die Qualität der Spenderregion nachlassen, was zu einem Ergebnis unterhalb der Erwartungen führen kann.
2- Ursache des Haarausfalls und Ausfallgeschwindigkeit
Es ist nicht richtig, sich für eine Haartransplantation zu entscheiden, ohne die Ursache des Haarausfalls zu klären. Die Ursache kann manchmal bereits mit wenigen einfachen Fragen identifiziert werden – in anderen Fällen sind jedoch detaillierte Laboruntersuchungen erforderlich. Beispielsweise kann bei der Diagnose eines androgenetischen Haarausfalls problemlos eine Transplantation in Betracht gezogen werden. Liegt jedoch ein metabolisch bedingter Haarausfall vor, etwa im Rahmen einer Schilddrüsenerkrankung, sollten die entsprechenden Tests durchgeführt werden. Es ist nicht sinnvoll, vor der Behandlung einer Schilddrüsenerkrankung eine Haartransplantation durchzuführen – andernfalls müssen Sie mit einem enttäuschenden Ergebnis rechnen. Besonders in der Entscheidungsphase bei Frauen ist dieses Thema von großer Bedeutung.
Die Geschwindigkeit des Haarausfalls ist ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für eine Transplantation. Es ist sinnvoll, die Ausfallgeschwindigkeit zusammen mit den familiären Faktoren und dem Alter zu bewerten.
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3- Spenderkapazität und Spenderqualität
Ein guter Haartransplantationsarzt sollte bei der Untersuchung zunächst die Spenderregionen begutachten – erst danach die für die Transplantation vorgesehenen Areale. Als Spenderregionen kommen Kopfhaare, Barthaare sowie andere Körperhaare in Betracht. Bei der Beurteilung können Haaranalysegeräte hilfreich sein.
- Wie viele Grafts können aus der Spenderregion entnommen werden, ohne die Spenderregion zu schädigen?
- Wie viele dieser Grafts werden für die geplante Operation benötigt?
- Wird in den kommenden Jahren – abhängig von der Progredienz des Haarausfalls – eine zweite oder dritte Sitzung erforderlich sein?
- Wie viele Grafts würden für eine eventuelle spätere Sitzung noch zur Verfügung stehen?
- Wie ist die Qualität der zu entnehmenden Grafts?
Diese Fragen müssen vor der Entscheidung für eine Transplantation unbedingt beantwortet werden. Vergessen Sie nicht: Die besten Ergebnisse werden bei Patienten erzielt, die über eine ausreichende und geeignete Spenderregion verfügen.
Im Folgenden sehen Sie das Ergebnis einer Haartransplantation, die in einer anderen Klinik durchgeführt wurde und leider fehlgeschlagen ist. Wie auf dem Bild zu erkennen ist, war dieser Patient keinesfalls ein geeigneter Kandidat für eine Haartransplantation. Die Spenderkapazität ist äußerst gering und quantitativ völlig unzureichend. Zudem ist die kahle Fläche so groß, dass die Anzahl der entnommenen Grafts bei Weitem nicht ausgereicht hätte, um sie zu bedecken. Die einzig richtige Entscheidung wäre gewesen, diesem Patienten von einer Haartransplantation abzuraten.

Fallen transplantierte Haare ein Leben lang nicht aus?
Das ist definitiv nicht korrekt. Wenn die Haare in der Spenderregion kräftig sind und nicht ausfallen, werden auch die transplantierten Haare nicht ausfallen. Sind die Spenderhaare jedoch schwach, besteht auch im Empfängerbereich die Gefahr eines Ausfalls. Die Qualität der entnommenen Grafts ist somit ein entscheidender Faktor für das Ergebnis der Haartransplantation.
4 Typ und Muster des Haarausfalls

Welchen Haarausfalltyp weisen Sie gemäß der Norwood-Klassifikation auf? Es ist sinnvoll, dies im Voraus zu klären. Anhand der folgenden Abbildung können Sie Ihren Haarausfalltyp bestimmen. Bei Norwood-Typ 6 und 7 ist die Wahrscheinlichkeit eines unbefriedigenden Ergebnisses erhöht.
Anhand dieser Klassifikation sollte die Fläche der kahlen Region in Quadratzentimetern bestimmt werden. Dividiert man die Anzahl der entnommenen Grafts durch die Fläche der kahlen Region, erhält man die Anzahl der Grafts pro Quadratzentimeter.
Grafts pro cm² (Durchschnitt) = Anzahl der entnommenen Grafts / zu transplantierende Fläche (in cm²)
Dies ist entscheidend für ein optimales Dichteergebnis. Im Allgemeinen sind 40 bis 50 Grafts pro Quadratzentimeter für ein dichtes Ergebnis ausreichend.
5 Persönliche Angaben (chronische Erkrankungen, eingenommene Medikamente, Allergieanamnese usw.)
Insbesondere chronische Erkrankungen wie Hämophilie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder Diabetes mellitus sollten dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden. Auch die Einnahme von Medikamenten sowie bestehende Allergien müssen bekannt sein. Bestimmte blutverdünnende Medikamente können eine Haartransplantation unmöglich machen. Die von Ihnen eingenommenen Medikamente können mit den in der Anästhesie verwendeten Substanzen Wechselwirkungen eingehen. Sollte eine Kontraindikation vorliegen, wird Ihr Arzt Sie darüber informieren. Falls dennoch eine Transplantation durchgeführt wird, können während des Eingriffs schwerwiegende Komplikationen auftreten – und auch das Ergebnis wird nicht Ihren Erwartungen entsprechen.
Die Ergebnisse einer Haartransplantation können auch von intraoperativen Faktoren beeinflusst werden. Lassen Sie uns nun diese operationsbezogenen Kriterien im Detail betrachten.
6 – Erfahrung des Arztes:
Dies ist ein Kriterium, das das Ergebnis einer Haartransplantation maßgeblich beeinflusst. Die Erfahrung des Arztes und seines Teams ist entscheidend für ein ästhetisch gelungenes und natürlich wirkendes Ergebnis. Bei Ihrer Recherche sollten Sie sich unbedingt die Vorher-Nachher-Ergebnisse der Klinik ansehen, für die Sie sich entscheiden möchten. Leider gibt es eine Vielzahl von Personen, die sich als Haartransplantationsspezialisten ausgeben, ohne über die erforderliche medizinische Qualifikation zu verfügen – weder Ärzte noch medizinisches Fachpersonal. Diese Akteure durchziehen die Branche. Die korrekte Inzision, die Platzierung der Grafts in der richtigen Tiefe, die Gestaltung einer natürlichen Haarlinie – all dies erfordert fundierte technische Kenntnisse. Seien Sie vorsichtig gegenüber selbsternannten „Experten“, die von diesen Grundlagen keine Ahnung haben. Für den Kauf eines einfachen Pullovers besuchen Sie mindestens vier bis fünf Geschäfte – aber recherchieren Sie vor einer Haartransplantation ausreichend? Wir empfehlen Ihnen, sich an seriöse Anbieter zu wenden, die wissenschaftlich fundierte und korrekte Informationen bereitstellen – anstatt sich von irreführenden Werbeversprechen blenden zu lassen.
7- Anzahl der Grafts und Dauer der Haartransplantation
Die Anzahl der zu transplantierenden Grafts und die Dauer des Eingriffs haben einen direkten Einfluss auf das Ergebnis. Es sollte ein sinnvolles Verhältnis zwischen der Anzahl der entnommenen Grafts und der zu transplantierenden Fläche (in Quadratzentimetern) bestehen. Bei großflächigen Arealen wie Norwood 6 oder 7 ist eine hohe Graftzahl erforderlich. Ist die Graftzahl zu gering, führt eine Verteilung über die gesamte Fläche zu einem lückenhaften Erscheinungsbild – ein erfolgreiches Ergebnis ist dann nicht zu erwarten. Eine konzentrierte, ausgewogene Platzierung der Grafts in einem kleineren Areal wäre hier sinnvoller.
Mit zunehmender Graftzahl verlängert sich auch die Operationsdauer. Bei längerer Expositionszeit sinkt die Vitalitätsrate der Grafts. In unserer Praxis empfehlen wir, den Eingriff auf mehrere Tage zu verteilen, wenn die geplante Graftzahl 2000 überschreitet. Ein Eingriff mit 2000 Grafts dauert durchschnittlich fünf bis sechs Stunden. Überschreitet die Dauer diese Zeitspanne, ist es ratsam, die Transplantation auf zwei oder drei Tage aufzuteilen. Unserer Ansicht nach ist dies ein Kriterium, das für ein erfolgreiches Haartransplantationsergebnis unbedingt beachtet werden sollte.
8-Haarlinienplanung
Für ein natürlich wirkendes Ergebnis ist eine sorgfältig geplante Haarlinie unerlässlich. Die Gestaltung der Haarlinie hängt direkt mit dem Alter des Patienten, der Geschwindigkeit des Haarausfalls, der Spenderkapazität sowie der Gesichtsstruktur zusammen. Hierbei kommt es insbesondere auf das ästhetische Geschick des Arztes an. Auch die Wuchsrichtung der transplantierten Haare ist für ein natürliches Erscheinungsbild von großer Bedeutung. Die vordere Haarlinie sollte ausschließlich aus Einzelgrafts bestehen. Erfolgt die Transplantation ohne Berücksichtigung dieser Kriterien, kann es zu einem unnatürlichen, büschelartigen Erscheinungsbild („Grasbüschel-Effekt“) kommen.

9- Mögliche Komplikationen
Bei einer Haartransplantation, die nicht nach medizinischen Standards durchgeführt wird, ist die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Komplikationen erhöht. Wenn die Sterilitätsvorschriften nicht eingehalten werden, können postoperativ Komplikationen wie Infektionen oder Nekrosen auftreten. Es ist die Aufgabe des durchführenden Arztes, diese Komplikationen, die das Ergebnis direkt beeinflussen, zu verhindern.
Bei der Graftentnahme wird zwischen der FUT- und der FUE-Methode unterschieden. Die FUT-Methode wird heute – abgesehen von sehr seltenen Ausnahmefällen – kaum noch angewandt. Bei der Transplantation selbst stehen die Kanalmethode und die DHI-Methode im Vordergrund. In unserer Praxis bevorzugen wir die DHI-Methode. Aus unserer Sicht bietet die DHI-Methode deutliche Vorteile für das Ergebnis der Haartransplantation.
10- Die Methode der Haartransplantation
Bei der Platzierung der Grafts im Empfängerbereich werden die FUE- und die DHI-Technik angewandt. Wir sind der Ansicht, dass mit der DHI-Methode die Wahrscheinlichkeit für natürliche und erfolgreiche Ergebnisse höher ist. Aus diesem Grund wird in der AHD-Klinik seit 2010 ausschließlich die DHI-Methode angewandt.

11- Mögliche Risiken in der postoperativen Phase
Nach dem Eingriff wird Ihr Arzt Ihnen einige einfache Empfehlungen geben. Die Befolgung dieser Empfehlungen ist entscheidend für ein gutes Ergebnis. Beispielsweise sollten Sie nach der Haartransplantation:
- Die Haarwäsche und die Entfernung der Krusten: Nach dem Eingriff sollte die Haarwäsche so durchgeführt werden, dass die Haarwurzeln nicht geschädigt werden. Wir empfehlen, die erste Wäsche möglichst in der Klinik durchführen zu lassen, in der der Eingriff stattfand.
- Sport und Fitness
- Alkohol, Kaffee und Tee
- Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme
- Besuche im Meer, im Hamam und in der Sauna
- Sexuelle Aktivitäten
- Schlaf- und Liegeposition
- Verwendung von Toppik, Haarfarbe, Gel usw.
- Erste Rasur nach der Transplantation
- Tragen von Mützen und Hüten
- Juckreiz und Rötungen nach der Transplantation
- Ernährungsgewohnheiten usw.
Die oben genannten und ähnliche Situationen lassen sich mit einfachen Maßnahmen problemlos bewältigen. In unserem ausführlichen Artikel zur postoperativen Phase haben wir diese Themen im Detail behandelt.
Wann sind die Ergebnisse einer Haartransplantation sichtbar?
Die postoperative Phase ist für viele Patienten die herausforderndste Zeit. Wenn wir die Zeit nach der Haartransplantation kurz zusammenfassen, …
- Etwa 15 bis 20 Tage nach dem Eingriff setzt der Schockausfall ein.
- Die ausgefallenen Haare beginnen etwa vier bis fünf Monate später wieder nachzuwachsen. Die ersten Härchen sind zunächst noch fein und kraftlos.
- Nach sechs Monaten sollten etwa 50 bis 60 Prozent der transplantierten Haare nachgewachsen sein – dies ist ein Durchschnittswert, der von Patient zu Patient variieren kann.
- Die Ergebnisse im Vertex-Bereich (Scheitel) können denen im vorderen Bereich um ein bis zwei Monate hinterherhinken.
- Im siebten und achten Monat beginnen die Haare an Dichte und Volumen zuzunehmen.
- Nach einem Jahr ist in der Regel ein Ergebnis von etwa 90 bis 95 Prozent erreicht.
- Für ein vollständiges, 100-prozentiges Ergebnis sollte man den 18. Monat abwarten.
Daher ist es für eine aussagekräftige Beurteilung der Vorher-Nachher-Ergebnisse unerlässlich, die Resultate anhand von monatlichen Fotodokumentationen zu verfolgen.
Worauf sollte man bei Ergebnisfotos einer Haartransplantation achten?
Bei der Beurteilung von Ergebnissen einer Haartransplantation sollten objektive Kriterien beachtet werden. Betrachten wir diese im Einzelnen:
- Die Aufnahmen sollten in hochwertiger, hoher Auflösung erfolgen.
- Die Vorher-Nachher-Fotos sollten unter denselben Lichtverhältnissen aufgenommen werden – idealerweise bei Tageslicht zur gleichen Tageszeit.
- Die Fotos sollten aus dem gleichen Winkel aufgenommen werden.
- Heutzutage ist es leider möglich, mit Programmen wie Photoshop irreführende Bilder zu erstellen, indem die Aufnahmen digital manipuliert werden.
- Bei der Beurteilung der Ergebnisse sollten das Alter des Patienten, der Ausfalltyp, die Anzahl der transplantierten Grafts sowie die Vitalität der Spenderhaare berücksichtigt werden.
- Videos, die die Ergebnisse einer Haartransplantation zeigen, können oft aussagekräftiger sein als reine Fotos.
Die Vorher-Nachher-Bilder einer Haartransplantation Schritt für Schritt bewerten
Bei der Bewertung der Bilder einer Haartransplantation sollte nicht nur die transplantierte Region, sondern auch die Spenderregion, aus der die Grafts entnommen wurden, berücksichtigt werden. Lassen Sie uns den Prozess nun Schritt für Schritt anhand von Bildern nachvollziehen.

Vor der Haartransplantation: Die Aufnahmen vor und nach der Rasur sind von Bedeutung. Wenn die Haare sowohl trocken als auch feucht fotografiert werden, können die kahlen Areale besonders gut beurteilt werden – auf feuchten Aufnahmen sind sie deutlich besser erkennbar. Nachdem eine zur Gesichtsstruktur und zum Alter des Patienten passende, ausgewogene Haarlinie gezeichnet wurde, sollte das Gebiet, in das die Grafts platziert werden sollen, dokumentiert werden. Dies gibt Aufschluss darüber, wie viele Grafts pro Quadratzentimeter gesetzt werden können – ein wichtiger Faktor für die Bewertung der Ergebnisse.
Unmittelbar nach der Haartransplantation (Tag 0): Direkt nach dem Eingriff sind die frisch transplantierten Grafts sichtbar – sie zeigen eine leicht blutige Erscheinung. Nach unserer Erfahrung ist das Erscheinungsbild bei der Stiftmethode (DHI) deutlich sauberer.

Tag 1–2 sowie vor und nach der ersten Haarwäsche: Die kritischste Phase nach dem Eingriff sind die ersten 48 bis 72 Stunden. In diesem Zeitraum sollte besonders auf Stöße oder Schläge auf den Kopf geachtet werden. In unserer Praxis führen wir die erste Haarwäsche bereits am ersten Tag durch – andere Kliniken empfehlen die erste Wäsche erst nach dem dritten Tag. Die Wäsche sollte zweimal täglich erfolgen. Die Spenderregion beginnt rasch zu heilen. Ab dem zweiten Tag kann es zu einer leichten Schwellung (Ödem) kommen – dies ist vorübergehend. Bei der Stiftmethode (DHI) wird keine Kochsalzlösung in die Kopfhaut injiziert, sodass keine ausgeprägte Schwellung auftritt.
10 Tage nach der Haartransplantation: Nach etwa acht bis zehn Tagen sollten die Krusten vollständig abgeheilt sein. Das Erscheinungsbild in dieser Phase bereitet den Patienten meist große Freude – die Haare wirken wie auf drei Millimeter rasiert. Die Spenderregion ist vollständig verheilt und zeigt keine wesentlichen Auffälligkeiten. Falls die Krusten nach dem 12. Tag noch nicht vollständig abgefallen sind, setzen Sie sich bitte mit Ihrer Klinik in Verbindung.
Die Phase des Schockausfalls
Etwa 15 Tage nach der Haartransplantation beginnen die transplantierten Haare auszufallen – am 20. Tag verstärkt sich dieser Prozess. Dies ist ein völlig normaler Vorgang, der von Patient zu Patient unterschiedlich verlaufen kann. Der Schockausfall kann bis zum 45. bis 50. Tag andauern. Die Ausfallrate variiert erheblich: Bei manchen Patienten fallen bis zu 90 bis 100 Prozent der Haare aus, bei anderen lediglich fünf bis zehn Prozent. Dieses Thema haben wir in unserem ausführlichen Artikel zum postoperativen Schockausfall bereits detailliert behandelt.
Der erste Monat nach der Haartransplantation (Tag 30): Der Schockausfall hat eingesetzt und hält weiter an. Diese Phase ist für viele Patienten die emotional herausforderndste im gesamten postoperativen Verlauf. Im Empfängerbereich kann es zu Rötungen kommen – dies ist insbesondere bei hellhäutigen Patienten ausgeprägter und kann bis zum zweiten oder dritten Monat anhalten.
Dritter Monat nach der Haartransplantation: Die Schockausfallphase ist abgeschlossen, und die Rötung ist zurückgegangen. In dieser Zeit kann es vereinzelt zu Pickelbildungen auf der Kopfhaut kommen – dies ist kein Grund zur Besorgnis. Bei sehr starker Ausprägung sollten Sie jedoch Rücksprache mit Ihrem Arzt halten. Am 90. Tag bereiten sich die Haare langsam auf das neue Wachstum vor.
Vierter Monat nach der Haartransplantation: Die transplantierten Haare beginnen allmählich nachzuwachsen. Am Ende des vierten Monats ist mit einer Wachstumsrate von etwa 25 bis 30 Prozent zu rechnen. Die ersten Härchen sind noch fein und dünn – sie können zunächst lockig erscheinen und sich mit der Zeit normalisieren.
Sechster Monat nach der Haartransplantation (Tag 180): Die allgemeine Wachstumsrate liegt zu diesem Zeitpunkt bei etwa 50 bis 60 Prozent. Bei manchen Patienten kann der Prozess bereits weitgehend abgeschlossen sein.
Erscheinungsbild am Ende des siebten Monats: Am 210. Tag nimmt sowohl die Anzahl als auch das Volumen der Haare zu – sie beginnen an Dichte und Fülle zu gewinnen. Die durchschnittliche Wachstumsrate liegt zu diesem Zeitpunkt bei etwa 70 bis 80 Prozent.
Das Ergebnis nach einem Jahr:
Die durchschnittliche Wachstumsrate beträgt zu diesem Zeitpunkt etwa 95 Prozent – der Prozess ist damit weitgehend abgeschlossen.
Nach 18 Monaten: Der Prozess ist nun vollständig abgeschlossen – das 100-prozentige Ergebnis ist erreicht.
Wenn im Spenderbereich übermäßig viele Grafts entnommen wurden und die Entnahme nicht homogen erfolgte, kann dies zu einem unästhetischen Erscheinungsbild führen. Daher sollte die Spenderkapazität niemals überschritten werden – eine sorgfältige Planung ist unerlässlich.
Die hier beschriebenen Phasen der Haartransplantation und des postoperativen Verlaufs können von Patient zu Patient variieren. Die Angaben sind als Durchschnittswerte zu verstehen. Bei einem Patienten mit nur geringem Schockausfall kann beispielsweise bereits nach vier Monaten eine Wachstumsrate von 80 bis 90 Prozent erreicht werden. In seltenen Fällen kann die gewünschte Dichte erst nach 12 Monaten erreicht werden – der Prozess kann sich in Einzelfällen bis zum 18. Monat hinziehen.
Bewertung von fünf Kandidaten im Hinblick auf das Ergebnis einer Haartransplantation
Nun möchten wir Ihnen anhand von fünf Beispielen einen Eindruck davon vermitteln, welche Ergebnisse bei verschiedenen Kandidaten zu erwarten sind.
Patient Nr. 1
- 23-jähriger männlicher Student. Die Haare sind fein und beginnen sich zu lichten. Die Spenderhaare sind ebenfalls fein und von geringer Qualität. Seit einem Jahr hat der Haarausfall zugenommen. Sein 55-jähriger Vater hat einen Haarausfall vom Norwood-Typ 7; auch bei Onkeln väterlicher- und mütterlicherseits besteht eine familiäre Belastung. Der Patient wünscht eine Haartransplantation und hat sehr hohe Erwartungen.
- Bei diesem jungen Mann wäre eine Haartransplantation nicht nur unnötig, sondern geradezu kontraproduktiv – sie würde ihm eher schaden als nutzen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich der Haarausfall aufgrund der familiären Disposition in kurzer Zeit zu einem Norwood-Typ 6 oder 7 entwickeln wird. Würde man ihm jetzt transplantieren, könnte er vielleicht einige Jahre zufrieden sein – doch sobald das eigene Haar rasch ausfällt, würde er erneut in eine unzufriedene Lebenssituation geraten. Die einzig sinnvolle Maßnahme ist es, mit medikamentöser Therapie die Progression des Haarausfalls zu verlangsamen.
Patient Nr. 2
- 37-jähriger Mann, keine chronischen Erkrankungen oder Allergien. Norwood-Typ 4 mit progredientem Haarausfall. Die gesamte Spenderkapazität beträgt 8000 Grafts. Die Spenderhaare sind kräftig und dick. Auch die Bartgrafts sind robust. Sein Vater weist einen Norwood-6-Haarausfall auf. Der Patient wünscht eine Haartransplantation.
- Aufgrund der starken Spenderregion ist er ein geeigneter Kandidat für eine Haartransplantation. Mit durchschnittlich 3500 bis 4000 Grafts kann das Problem des Haarausfalls behoben werden. In den kommenden Jahren kann der Haarausfall weiter fortschreiten – jedoch ist aufgrund der ausreichenden Gesamtkapazität eine zweite Transplantation möglich. Daher ist mit einem erfolgreichen Ergebnis zu rechnen.

Patient Nr. 3
- 38-jährige Hausfrau, Mutter von zwei Kindern. Sie zeigt eine diffuse Verdünnung der Kopfhaare. Die Spenderhaare sind ebenfalls sehr fein und dünn gesät. Es liegen eine Schilddrüsenfunktionsstörung (Struma) sowie eine Anämie (Eisenmangelanämie) vor.
- Bei dieser Patientin ist von einem erfolgreichen Ergebnis einer Haartransplantation nicht auszugehen – die systemischen Erkrankungen führen zu einer geschwächten und ausfallgefährdeten Spenderregion. Die einzig sinnvolle Maßnahme ist der primäre Versuch einer medikamentösen Therapie.
Patient Nr. 3
- 28-jähriger Mann mit Haarausfall vom Norwood-Typ 3. Die Spenderregion ist kräftig, mit einer Gesamtkapazität von 6000 Grafts. Der Haarausfall schreitet langsam voran. Bart- und Brusthaare sind sehr kräftig. Vater und Onkel weisen einen Norwood-6-Haarausfall auf. Die Erwartungen des Patienten sind realistisch – ihm ist bewusst, dass der Haarausfall fortschreiten wird.
- Diesem Patienten sollte erklärt werden, was ihn in den nächsten fünf bis zehn Jahren erwartet. Bei einer Transplantation ist in den kommenden Jahren mit Sicherheit ein zweiter Eingriff erforderlich. Da Körper- und Barthaare ebenfalls geeignet sind, kann eine Haartransplantation durchgeführt werden. Zusätzlich sollte eine medikamentöse Therapie empfohlen werden. Unter diesen Voraussetzungen gehen wir davon aus, dass der Patient mit dem Ergebnis zufrieden sein wird – vorausgesetzt, er ist bereit, sich zu einem späteren Zeitpunkt einem zweiten Eingriff zu unterziehen.
Patient Nr.5
- 58-jähriger Mann mit Haarausfall vom Norwood-Typ 6. Die Spenderhaare sind mittelkräftig. Der Patient leidet an Diabetes, Bluthochdruck und nimmt herzmedikamentöse Therapie – zudem wird ein blutverdünnendes Medikament eingenommen. Die Spenderkapazität liegt zwischen 4000 und 5000 Grafts. Dem Patienten ist bewusst, dass die kahlen Areale nicht vollständig abgedeckt werden können – dennoch wünscht er eine Haartransplantation.
- Aufgrund der systemischen Erkrankungen sollte zunächst eine internistische und kardiologische Konsultation erfolgen. Sofern eine Lokalanästhesie möglich ist und die blutverdünnende Medikation für einen bestimmten Zeitraum abgesetzt werden kann, ist eine Haartransplantation durchführbar. Da die Erwartungen des Patienten realistisch sind, gehen wir davon aus, dass er mit dem Ergebnis zufrieden sein wird.
Wie Sie sehen, sind die Ergebnisse einer Haartransplantation nicht bei jedem Patienten gleich. Wenn Sie sich in der Entscheidungsphase für eine Haartransplantation befinden, sollte der erste und wichtigste Schritt darin bestehen, zu klären, ob Sie überhaupt für den Eingriff geeignet sind.
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