Seit 2009 erzielen wir mit der von uns angewandten DHI-Methode hervorragende Ergebnisse. In den letzten Jahren hat die DHI-Technik in unserem Land zunehmend an Fahrt aufgenommen. Dabei darf man jedoch nicht vergessen: Diese Methode ist keine exklusive Anwendung der FUE-Technik. Sie wird seit vielen Jahren auch bei der FUT-Haartransplantation mit großem Erfolg eingesetzt. Leider haben nur sehr wenige Ärzte es verstanden, mit diesem Verfahren wirklich gute Resultate zu erzielen. Der Grund dafür liegt darin, dass die sogenannte Stift-Technik gewisse Kniffe und ein detailliertes technisches Fachwissen erfordert. Hinzu kommt, dass die benötigten Materialien teurer sind – was dazu geführt hat, dass diese Technik weithin weniger bekannt ist.
In unserem Artikel über die DHI-Haartransplantation haben wir dieses Verfahren ausführlich beschrieben. Die Stift-Methode erfordert zudem fundierte Kenntnisse der technischen Details. Was wir hier erläutern, sind genau jene technischen Feinheiten, die der durchführende Arzt unbedingt kennen muss – sprich: die Voraussetzungen für ein erfolgreiches DHI-Ergebnis. Wenn diese Details nicht korrekt verstanden werden, ist mit fehlerhaften Ergebnissen zu rechnen.
Was ist die DHI-Methode?
Wie wir wissen, werden bei einer Haartransplantation zunächst die Grafts aus den Spenderbereichen entnommen. Anschließend werden diese Grafts in die kahlen oder lichter gewordenen Areale verpflanzt. Die Art und Weise, wie die Grafts eingesetzt werden, kann auf verschiedene Weise erfolgen. Eine davon ist die sogenannte Stift-Methode – also die Haartransplantation mit einem Stiftgerät. Der als Implanter bezeichnete Apparat ist seit den frühen 1990er-Jahren bekannt. Er ähnelt einem Kugelschreiber und verfügt im Inneren über einen Federmechanismus. In diesen Implanter wird eine sogenannte Choi-Stiftspitze eingesetzt. Anschließend wird das Graft in die empfängerbereite Zone eingepflanzt. Dabei werden das Öffnen des Kanals und das Einsetzen des Grafts nicht getrennt voneinander durchgeführt, sondern gleichzeitig – das heißt: Kanalöffnung und Graftplatzierung erfolgen in einem Schritt. Anders als bei der FUE-Methode werden hier also nicht im Voraus Kanäle angelegt. Vielmehr wird während des Einstichs zeitgleich auch der Haarfollikel implantiert.
Die eigentliche Bezeichnung dieser Methode lautet Implanter-Pen-Technik. In unserem Land ist sie jedoch unter Namen wie Choi-Haartransplantation, DHI-Technik oder Stift-Methode bekannt. Wie man sieht, wird die DHI-Methode bereits seit vielen Jahren sowohl bei der FUE- als auch bei der FUT-Technik angewandt.
Stifttypen bei der Choi-Haartransplantation
Vorab möchten wir einen kurzen Überblick über die Stiftgeräte geben, die bei der DHI-Technik verwendet werden. Die bei der Haartransplantation angewandten Stifte lassen sich grundsätzlich in zwei Hauptkategorien einteilen.
a) Implanter mit scharfer Nadelspitze
Die Anwendung erfolgt nach der Stick-and-Place-Technik. Es gibt fünf verschiedene Sharp-Needle-Implanter auf dem Markt. Diese stammen allesamt ursprünglich aus Südkorea. Abgesehen von einigen kleinen Details weisen alle diese Stifte jedoch die gleichen Funktionen auf.
- Choi Implanter Pen: Dieses Modell war das erste, das in der Türkei auf den Markt kam. Aufgrund dieser Tatsache wird die DHI-Technik hierzulande oft auch als Choi-Haartransplantationstechnik bezeichnet.
- KNU Implanter:
- Lion Implanter Pen: Die Nadelöse ist im Vergleich zu den anderen Modellen etwas breiter. Unserer Meinung nach ist er ergonomischer und benutzerfreundlicher als die übrigen Stifte.
- OKT Implanter Pen: Dieses Modell ist in den letzten Jahren auf dem türkischen Markt erschienen. Die Tiefenkontrolle lässt sich im Vergleich zu den ersten drei Marken einfacher durchführen.
- HWANG Implanter: Dies ist der einzige scharfe Implanter mit einer Tiefenbegrenzung (Stopper). Er ist in der Türkei nicht erhältlich. Die Nadel ist sowohl innen als auch außen geschliffen und somit die schärfste unter allen Implantern. Zudem weist sie die dünnste Nadelwandstärke auf. Man kann sagen, dass er in puncto Handhabung der beste ist.
Trotz geringfügiger Unterschiede im Detail basieren alle diese Implanter auf dem gleichen funktionalen Prinzip.

Auf dem obigen Bild sehen Sie einen klassischen scharfen Implanter sowie den HWANG-Implanter (mit Tiefenbegrenzung).
b) Implanter mit stumpfer Nadelspitze
Dieser Implanter ist in der Türkei bisher nicht erhältlich. Er besitzt eine stumpfe Nadelspitze, wobei die Nadelöffnung im Vergleich etwas breiter ist. Die Kanäle werden zunächst vorgeöffnet, anschließend werden die Grafts mithilfe des Stiftgeräts in die vorbereiteten Kanäle eingesetzt. Der von Dr. Koray Erdoğan entwickelte K.E.E.P.-Apparat lässt sich ebenfalls in diese Gruppe einordnen. Allerdings unterscheidet er sich in einigen Punkten vom klassischen Dull-Needle-Implanter. Bei diesem Apparat wird das Graft im Inneren der Nadel mithilfe einer Pinzette manuell in die vorbereitete Öffnung platziert.
Unterschiede zwischen Sharp- und Dull-Needle-Implantern
Zwischen den Implantern mit scharfer und denen mit stumpfer Nadel bestehen gewisse Unterschiede. Diese können in der folgenden Tabelle übersichtlich dargestellt werden.
| Implanter mit scharfer Nadelspitze | Implanter mit stumpfer Nadelspitze | |
|---|---|---|
| Greftplatzierung | Stick-and-Place-Methode (Einstechen und Platzieren) | Einsetzen in vorgeöffnete Kanäle |
| Nadelstichgröße | Entspricht der Nadelgröße | Kann kleiner als die Kanalöffnung sein (z. B. 0,8 mm bei 0,9 mm Kanal) |
| Dichte (Density) | Wird beim Platzieren der Grafts festgelegt | Wird vor dem Einsetzen der Grafts festgelegt |
| Eingriffsdauer | Schnell | Relativ langsamer |
| Nadelwechsel | Bei Abstumpfung muss die Nadel gewechselt werden | Kein Wechsel erforderlich |
| Blutungen und Graftverlust | Gering | Etwas stärker ausgeprägt |
| Nadelöffnung (Durchmesser) | Eng (in der Regel 0,2 mm) | Weiter (in der Regel 0,35 mm) |
| Tiefenbegrenzung (Stopper) | Bei den meisten Modellen nicht vorhanden (Ausnahme: HWANG-Implanter) | Nicht vorhanden |
| Vor- / Nachteile | Bei langen Grafts muss der obere Teil aus der Öffnung herausragen, sonst kann es zu Quetschungen kommen. Bei dicken Grafts kann es durch den engen Kanal beim Einsetzen zu Schäden kommen. | Geringeres Verletzungsrisiko (Trauma) |
Zur Sterilisation der Implanter-Stifte sollte entweder ein chemisches Desinfektionsmittel (z. B. Saydex) oder – sofern verfügbar – Ethylenoxid zum Einsatz kommen. Autoklaven sowie Heißluftsterilisatoren (z. B. Trockensterilisatoren) können die Nadelstruktur und die Schärfe der Spitze negativ beeinflussen. Daher werden diese Verfahren von uns nicht bevorzugt.
Die DHI-Methode und 7 goldene Tipps
Bei der Haartransplantation mit der Stift-Methode gibt es einige entscheidende Kniffe, die den Erfolg des Eingriffs maßgeblich beeinflussen. Diese Kniffe haben wir im Laufe unserer langjährigen Erfahrung schriftlich festgehalten. Wir sehen es als unsere Verpflichtung an, dieses Wissen an diejenigen weiterzugeben, die sich für eine Haartransplantation interessieren – denn es ist entscheidend für den Erfolg dieser Technik. Wir haben diese Punkte in sieben Hauptkategorien zusammengefasst. Werfen wir nun einen kurzen Blick darauf.
1- Der Durchmesser der Nadelspitzen
Auf dem Markt sind für alle Marken Nadelspitzen mit Durchmessern zwischen 0,6 mm und 1,8 mm erhältlich. Wir selbst verwenden bei der DHI-Methode Spitzen der Größen 0,6 mm, 0,8 mm und 1,0 mm. Wir sind der Meinung, dass Spitzen über 1,0 mm bei der DHI-Methode nicht zu einer ausreichenden Dichte und einem natürlichen Erscheinungsbild beitragen. Wenn wir die Verwendung dieser Nadelgrößen im Einzelnen betrachten, ergibt sich Folgendes:
- 0,6 mm: Wird in der Regel bei Augenbrauentransplantationen sowie bei sehr feinen Einzelhaaren für Einzelgrafts verwendet.
- 0,8 mm: Kommt für Einzel- und Zweifachgrafts zum Einsatz.
- 1,0 mm: Verwenden wir für Mehrfachgrafts mit 2, 3 oder 4 Haaren.
Die Nadelspitzendurchmesser können herstellerabhängig unterschiedlich ausfallen. Am proximalen Ende der Stiftgeräte befinden sich farbliche Kennzeichnungen in den Farben Grün, Rot, Blau und Rosa. Diese Farbkodierungen dienen der erleichterten Differenzierung der jeweiligen Kaliber.
Im Folgenden sind exemplarische scharfe Implanter-Stifte abgebildet, die in der Türkei verfügbar sind. Die Nadelspitzen weisen Durchmesser von 0,6 mm, 0,8 mm bzw. 1,0 mm auf.

Seitens der Hersteller werden Nadelspitzen mit Durchmessern von bis zu 1,8 mm angeboten. Nach unserer fachlichen Einschätzung sind Spitzen mit einem Kaliber über 1,0 mm für die FUE-Methode jedoch nicht empfehlenswert.
Mit einem handelsüblichen Choi-Stift lassen sich durchschnittlich 700 bis 1000 Grafts implantieren. Die tatsächliche Anzahl ist jedoch individuell unterschiedlich und hängt unter anderem von der Elastizität der Kopfhaut ab. Zeigt sich beim Einstechen, dass die Grafts übermäßig aus der Öffnung heraustreten, ist ein Wechsel der Nadelspitze angezeigt.
2- Die Nadelbreite des Implanter-Pens
Bei sehr engen Nadelöffnungen besteht die Gefahr, dass die Haarfollikel beim Einführen in den Implanter beschädigt werden. Ist die Öffnung hingegen zu weit, kann es dazu kommen, dass das eingesetzte Graft wieder herausfällt, noch bevor der eigentliche Implantationsvorgang abgeschlossen ist. Die Öffnungsweiten liegen üblicherweise zwischen 0,2 mm und 0,35 mm.
Auf dem folgenden Bild sehen Sie die hochauflösenden Vergrößerungen von 1-mm-Nadelspitzen dreier verschiedener Hersteller. Die Öffnungsweite von Nadelspitze Nr. 1 ist deutlich größer. Auch der sogenannte Bevel – also die Kontaktfläche, an der der Haarfollikel in der Nadel gefasst wird – ist bei dieser Spitze breiter als bei den anderen. Wir sind der Meinung, dass dies für die Gesundheit des Grafts von Vorteil ist. Es versteht sich von selbst, dass wir an dieser Stelle keine konkreten Markennamen nennen möchten.

3- Die Länge der Implanter-Nadel
Die Tiefenkontrolle ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Platzierung der Grafts. Einige Implanter verfügen über eine integrierte Tiefenbegrenzung. Vor allem aber sollte die Länge des Stifts unbedingt im Voraus an die Länge des Grafts angepasst werden.
Die Standardlänge der Implanter-Nadel beträgt etwa 7 mm. Je nach Länge des Haargrafts kann diese Länge angepasst – also entweder verkürzt oder verlängert – werden. Tritt mehr Blutungen auf als erwartet, deutet dies auf eine zu lange Nadel hin; die Länge sollte dann reduziert werden. Wenn wir die Nadellänge von 7 mm auf 6,5 mm oder 6 mm verkürzen, können wir eine deutliche Verringerung der Blutung feststellen. Wird die Nadel hingegen zu stark gekürzt, erreichen die Grafts nicht die erforderliche Tiefe – was wiederum die Gefahr erhöht, dass sie wieder herausfallen. Bei zu tiefer Platzierung hingegen können die Grafts entweder gar nicht mehr wachsen oder zu krausem / lockigem Wuchs führen.
Zwischen der Länge der Implanter-Nadel und der Graftlänge sollte ein rechnerisches Verhältnis bestehen. Die Nadellänge sollte die Graftlänge im Mittel um etwa 25–30 % übertreffen. Nachfolgend ein Beispiel:
Graftlänge → Nadellänge:
- Bei 6 mm Graftlänge → 8 mm Nadellänge (entspricht einer Steigerung um 25 %)
- Bei 5 mm Graftlänge → 7 mm Nadellänge
- Bei 4 mm Graftlänge → 6 mm Nadellänge (entspricht einer Steigerung um 33 %)
Bei entsprechender Erfahrung des Behandlers lässt sich dieses Verhältnis bereits nach wenigen Testversuchen mühelos justieren.
4- Die Länge des Führungsdrahts in der Nadel
Dieser Draht darf auf keinen Fall über das Ende der Teflon-Ummantelung hinausragen. Wenn er beim Drücken von oben hervortritt und von außen sichtbar ist, handelt es sich um eine fehlerhafte Anwendung. Der Draht würde dann nicht an der Oberkante, sondern direkt am Follikel ansetzen – was unweigerlich zu einer Schädigung des Haarfollikels führt. Daher muss der Draht von außen betrachtet unbedingt unsichtbar bleiben. Er sollte aber auch nicht zu weit zurückgesetzt sein; die ideale Position ist bündig mit der Teflon-Schutzhülle. Wie das aussieht, lässt sich auf dem folgenden Bild gut erkennen.

5-Die Einstichtiefe der Implanter-Nadel
Bei Implantern mit integriertem Stopper (Tiefenbegrenzung) stellt die Tiefenkontrolle kein Problem dar. Bei Modellen ohne Tiefenbegrenzung hingegen darf die Nadel auf keinen Fall bis zum Anschlag in die Haut eingeführt werden. Vielmehr sollte sie etwa 1 mm vor dem vollständigen Eintauchen gestoppt werden – sodass noch ein kleiner Abstand zur Hautoberfläche verbleibt. Geschieht dies nicht, werden die Grafts zu tief platziert. Dies erfordert Übung und Erfahrung, die im Laufe der Zeit erworben wird. Während des Platzierungsvorgangs muss der Stift außerdem synchron mit der Bewegung zurückgezogen werden. Soweit uns bekannt ist, sind die in der Türkei gebräuchlichen DHI-Apparate nicht mit einer Tiefenbegrenzung ausgestattet. Wichtig zu wissen: Ein zu tief platziertes Graft hat nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, nach außen zu wachsen.
Bei zu tiefer Platzierung der Grafts können folgende Probleme auftreten:
- Follikulitis und Zysten: Es können kleine Entzündungen im Haaransatzbereich sowie sogenannte Talgzysten auftreten.
- Lockiger / krauser Wuchs der Haare
- Grübchenartige Vertiefungen im Haaransatzbereich
- Verstärkte Blutungen während des Eingriffs
- Geringere Anwachsrate der Grafts
Wie dargestellt, zählt die präzise Tiefenkontrolle bei der DHI-Methode zu den kritischsten Phasen des operativen Vorgehens.
6. Die Ausrichtung der Nadelspitze beim Einsetzen der Grafts
Unserer Erfahrung nach erhöht es die Erfolgswahrscheinlichkeit, wenn die Öffnungsseite des Stifts nach unten – also in Richtung der Haut – zeigt. Auf diese Weise wird beim Einstechen der Nadelspitze gleichzeitig der Winkel in eine horizontale Lage gebracht. Dadurch kann die erforderliche Tiefe kontrolliert erreicht werden. Bei horizontaler Einführung passt sich das Graft optimal an das umliegende Fettgewebe und das Kapillarnetz an. In vernarbten Arealen sowie in der Scheitelregion (Vertex) ist es zudem von Vorteil, den Stift während des Einstichs zu drehen – dies erleichtert die Tiefenkontrolle.
7. Die Spannung der Haut
Bei der Anwendung der Stift-Methode entsteht durch das Einstechen der Implanter-Nadel ein gewisser Druck. Dieser Druck kann dazu führen, dass bereits platzierte Grafts wieder herausgedrückt werden (sog. Popping-Effekt). Um dies weitestgehend zu vermeiden, spannt das assistierende Personal während der Implantation die Kopfhaut. Dabei zieht die Hilfskraft die Haut von vorne, während der Arzt sie von hinten (also hinter der zu behandelnden Zone) spannt. Besonders bei Eingriffen in den vorderen Bereichen ist das Spannen der Haut von großer Bedeutung. Darüber hinaus ermöglicht die Hautspannung eine flachere Einstichrichtung der Grafts und begünstigt damit eine flache / flachwinklige DHI-Implantation.
