Die FUE-Haartransplantation hat sich seit den 2000er Jahren bis heute rasant weiterentwickelt. Wenn die Spenderkapazität im Kopfbereich nicht ausreicht, können Haare aus anderen Körperregionen in die kahlen oder lichter gewordenen Areale verpflanzt werden. Die am häufigsten angewandte Methode hierfür ist die Bart-zu-Kopf-Haartransplantation. Das Hauptziel dabei ist, die Anzahl der transplantierbaren Grafts zu erhöhen. Die Nachfrage nach dieser Methode steigt von Tag zu Tag. Laut unseren Klinikstatistiken ist jeder fünfte Patient, der sich bei uns vorstellt, an dieser Methode interessiert.
Warum Barthaare für die Haartransplantation auf den Kopf?
Besonders bei großflächigem Haarausfall wie Norwood 6 oder 7 werden oft 8.000 bis 10.000 Grafts benötigt, um die betroffenen Areale vollständig abzudecken. Eine so hohe Anzahl an Grafts aus dem Nackenbereich zu entnehmen, ist in der Regel nicht möglich – denn eine übermäßige Entnahme aus diesem Bereich beeinträchtigt die Integrität der Spenderregion erheblich. Aufgrund fehlerhafter Graft-Entnahmen suchen viele Patienten unsere Klinik auf – nicht wegen der Transplantation selbst, sondern um das ästhetisch unbefriedigende Erscheinungsbild im Nackenbereich korrigieren zu lassen.
Barthaare – eine wertvolle Alternative bei begrenzter Spenderkapazität.
Die Vorteile im Überblick
Zunächst sei betont, dass Barthaare niemals die erste Wahl darstellen. Die bevorzugte Quelle sind stets die Kopfhaare. Sollte jedoch die Anzahl der Grafts aus dem Nackenbereich nicht ausreichen, um die kahlen Areale vollständig zu decken, kommen Körperhaare als Alternative in Betracht. Die geeignetste Körperhaarquelle ist der Bart – bei unzureichender Spenderkapazität stellt er eine hervorragende Reserve dar.

Barthaare sind in der Regel Einzelgrafts. Sie sind jedoch dicker als die meisten anderen Körperhaare, was ein entscheidender Vorteil in Bezug auf die Flächenbedeckung ist – denn sie wirken voluminöser. Aus diesem Grund eignen sich Barthaare hervorragend zur Deckung größerer kahlen Areale oder zur Nachverdichtung. Die zweite Alternative sind Körperhaare.
Wie wird eine Bart-zu-Kopf-Haartransplantation durchgeführt?
In unserem nachfolgenden YouTube-Video wird die Barthaartransplantation in die Kopfregion detailliert dargestellt. Wir empfehlen Ihnen, sich dieses Video anzusehen. Wie Sie erkennen können, wurde das Video bereits im Jahr 2010 veröffentlicht – ein Beleg dafür, dass diese Behandlung in der AH-D-Klinik unter der Leitung von Dr. Hakan Doğanay seit mehr als 15 Jahren erfolgreich praktiziert wird. Darüber hinaus stehen auf unserem YouTube-Kanal zahlreiche weitere informative Videos zur Verfügung.
Im Folgenden betrachten wir nun die schrittweise Durchführung dieses Eingriffs. Das Verfahren umfasst vier einzelne Schritte.
- Planung und Zeichnung
- Lokalanästhesie
- Entnahme der Grafts
- Implantation der entnommenen Grafts
Im Folgenden werden wir diese Phasen im Detail betrachten.
1) Planung und Zeichnung
Vor dem Eingriff ist eine sorgfältige Planung unerlässlich. Wie viele Grafts können aus der Bartregion entnommen werden? Aus welchen Bereichen können diese Grafts entnommen werden? Insbesondere diese Fragen müssen im Vorfeld geklärt werden. Nach der Planung wird die Entnahmeregion mit einem Stift markiert.

Für die Graft-Entnahme bevorzugen wir in der Regel die Region unterhalb des Kinns sowie den Halsbereich. Die Entnahme aus dem Gesichtsbereich ist nur dann zu empfehlen, wenn es unbedingt erforderlich ist. Wenn der Patient jedoch einen Vollbart trägt, kann die Entnahme auch oberhalb des Kinns und aus den Wangenbereichen erfolgen.
Wie viele Grafts können aus der Bartregion entnommen werden?
Die Antwort auf diese Frage hängt von der Bartdichte, dem Beruf des Patienten und davon ab, ob er sich täglich rasiert oder nicht. Durchschnittlich können in einer Sitzung etwa 500 bis 2000 Grafts aus dem Bart entnommen werden. Bei Patienten mit sehr dichtem Bartwuchs sind sogar 5000 bis 6000 Grafts möglich. Wir selbst haben bei einem Patienten mehr als 4000 Bartgrafts entnommen – diese Zahl wurde jedoch über insgesamt vier Sitzungen erzielt.
2) Anästhesie
Die markierte Region wird anschließend mit einer Lokalanästhesie betäubt. Die Betäubung selbst dauert etwa 2–3 Minuten. Nach der Anästhesie der Bartregion kann es zu einem Taubheitsgefühl im Bereich der Zunge und des Mundes kommen. Dieses Gefühl bildet sich innerhalb weniger Stunden zurück. Falls nach der Entnahme eine Essenspause eingelegt wird, sollte der Patient weiche oder flüssige Nahrung wie Suppe zu sich nehmen – denn wenn die Betäubung noch nicht vollständig abgeklungen ist, kann er seine Lippe nicht spüren und sich versehentlich beißen.
Ist die Bart-zu-Kopf-Haartransplantation schmerzhaft?
Es sei vorweggesagt, dass die Anästhesie im Bartbereich durchaus schmerzhaft sein kann. Besonders beim Betäuben der Kinnregion kann der Schmerz etwas stärker empfunden werden. Dieses Schmerzempfinden ist von Patient zu Patient unterschiedlich und lässt sich im Vorfeld nicht genau vorhersagen. Nach der Lokalanästhesie ist der Eingriff selbst jedoch schmerzfrei. Es ist empfehlenswert, die Entnahmeregion in kleinere Abschnitte zu unterteilen und diese nacheinander zu betäuben.
3) Die Graft-Entnahme
Nach der Lokalanästhesie werden die Bartgrafts mit der klassischen FUE-Technik einzeln entnommen. Damit die Grafts entnommen werden können, sollte der Patient 1–2 Tage zuvor nicht rasiert haben – es ist also ein leichter Bartwuchs erforderlich. Andernfalls ist die Entnahme nicht möglich. In unserer Praxis konnten wir keinen Unterschied zwischen der manuellen und der motorisierten Graft-Entnahme feststellen. Es lässt sich sogar sagen, dass die Entnahme mit dem Mikromotor tendenziell erfolgreicher ist. Die allgemeinen Regeln der Graft-Entnahme bei der FUE-Haartransplantation gelten hier gleichermaßen. Während der Entnahme benötigt der Arzt eine assistierende Person, die die Haut während des Eingriffs spannt.
Sind nach der Entnahme von Barthaaren Narben sichtbar?
Es ist wichtig zu betonen, dass jeder chirurgische Eingriff an der Haut – ob groß oder klein – zwangsläufig Narben hinterlässt. Entscheidend ist jedoch, dass diese Narben von außen nicht sichtbar sind. Bei Menschen mit dunkler Hautfarbe, insbesondere bei Schwarzen, kann es nach der Bart-zu-Kopf-Transplantation zu sichtbaren Narben im Entnahmebereich kommen. Aus diesem Grund empfehlen wir die Verwendung von Barthaaren für die Haartransplantation bei dunkelhäutigen Patienten – insbesondere bei Schwarzen – nicht.
Wie die nachfolgende Abbildung zeigt, kommt es bei einer homogenen und gleichmäßigen Graft-Entnahme im Spenderbereich nicht zu einer sichtbaren Narbenbildung.

Bei Patienten, die beruflich oder aus Lebensgewohnheit täglich rasieren, ist eine hochvolumige Graft-Entnahme aus dem Bart nicht empfehlenswert. Denn eine übermäßige und ungleichmäßige Entnahme kann im Gesichts- und Halsbereich zu sichtbaren Narben führen. Bei Patienten, die ihren Bart ohnehin wachsen lassen, stellt dies hingegen kein Problem dar – hier können in der Regel mehr Grafts entnommen werden.

Wächst an der Stelle, aus der Barthaare entnommen wurden, neues Haar nach?
Die Antwort darauf ist kurz und klar: Nein. Wie bei der Haartransplantation werden auch die Barthaare mitsamt ihrer Wurzel entnommen. Daher wächst an der Entnahmestelle kein neues Haar mehr nach. Die beste Strategie ist daher, die Entnahme homogen zu verteilen und die Bartdichte gleichmäßig zu reduzieren.
4) Die Implantation der Barthaare auf die Kopfhaut
Diese Phase unterscheidet sich in keiner Weise von einer klassischen Haartransplantation. Aus Gründen der Vorteile bevorzugen wir für die Implantation die DHI-Methode. Wir halten es jedoch nicht für sinnvoll, die Entnahme von Bart- und Nackenhaaren am selben Tag durchzuführen. In der Regel sollte die Bart-Entnahme an einem separaten Tag erfolgen – üblicherweise am Tag nach der Haartransplantation. Eine Durchführung am selben Tag würde eine Erhöhung der Anästhesiedosis bedeuten, was aus gesundheitlicher Sicht nicht empfehlenswert ist.

Der postoperative Verlauf
- Die Entnahmestelle im Bart heilt deutlich schneller als die Kopfhaut, da die Barthaarfollikel weniger tief in der Haut liegen. Aufgrund der schnellen Heilung können Sie bereits nach 4–5 Tagen die Stelle mit einem Rasierer rasieren. Nach etwa 10 Tagen sind an der Entnahmestelle keinerlei Narben mehr sichtbar.
- Bei sehr hellen Hauttypen kann es für eine gewisse Zeit zu einer leichten Rötung im Bartbereich kommen.
- Barthaare sind die am schnellsten wachsenden Körperhaare. Sie wachsen auch in der Empfängerregion unbegrenzt weiter. Bei starker Länge können sie leicht lockig wirken. Bei einer Länge von 3–5 cm ist jedoch keinerlei optische Beeinträchtigung festzustellen.
- Kräftige Barthaarfollikel sind widerstandsfähiger gegenüber Schockausfall als Kopfhaare – das bedeutet, dass ein vorübergehender Haarausfall hier seltener auftritt.
- Im Vertexbereich (Scheitelregion) zeigen Barthaare im Vergleich zu Kopfhaaren sogar eine höhere Anwachsrate. Wenn die Entnahme und Implantation fachgerecht durchgeführt werden, ist die Einheilungsrate der transplantierten Grafts sehr hoch.
- Besonders bei Patienten mit großflächigem Haarausfall wie Norwood 6 oder 7 ist die Verwendung von Barthaaren als Ergänzung zu den Kopfhaaren inzwischen zu einem festen Bestandteil unserer Routine geworden.
Auf dem folgenden Bild sehen Sie den Zustand der Bart-Entnahmestelle vor dem Eingriff sowie 10 Tage nach der Entnahme. Bei diesem Patienten wurden insgesamt 1.100 Grafts aus der Region unterhalb des Kinns und aus dem Halsbereich entnommen.

Für die Reinigung der Entnahmestelle im Bartbereich ist kein spezielles Shampoo oder eine spezielle Lösung erforderlich. Es genügt vollkommen, das Gesicht mit klarem Wasser zu waschen.
Die Ergebnisse der Bart-zu-Kopf-Haartransplantation
Die transplantierten Barthaare beginnen ab dem vierten Monat zu wachsen. Dieser Prozess verläuft nahezu identisch mit der klassischen Haartransplantation. Für das endgültige Ergebnis muss jedoch ein volles Jahr abgewartet werden.
Die Ergebnisse bei Patienten, die sich diesem Eingriff unterzogen haben, sind durchweg sehr erfreulich. Bei richtiger Planung lässt sich auf der Kopfhaut ein äußerst natürlicher und deckender Eindruck erzielen. Wird der Eingriff jedoch nicht fachgerecht durchgeführt, können selbstverständlich auch schlechte Ergebnisse entstehen. Auf dem folgenden Bild sehen Sie einen Patienten, bei dem an anderer Stelle eine fehlerhafte Graft-Entnahme aus dem Bart durchgeführt wurde. Er suchte uns zur Korrektur auf.

Aufgrund der strukturellen Unterschiede zwischen Barthaaren und Kopfhaaren gestaltet sich die Erzielung eines natürlichen Ergebnisses als anspruchsvoll. Bei Beachtung der folgenden fünf Grundsätze ist jedoch sowohl im Entnahme- als auch im Empfangsbereich eine natürliche Optik erreichbar – mit nahezu unsichtbaren Narben im Spenderbereich.
- Die Bartgrafts sollten mit feinen Punzen von 0,7 mm Durchmesser entnommen werden.
- Die Entnahme sollte gleichmäßig und homogen über die gesamte Bartregion verteilt erfolgen.
- Die Anzahl der entnommenen Grafts sollte der individuellen Bartdichte angepasst sein – bei Patienten mit dünnem Bartwuchs ist dieser Eingriff nicht geeignet.
- Barthaare sollten keinesfalls in die vordere Haarlinie implantiert werden, da dort mit Barthaaren kein natürliches Ergebnis erzielt werden kann.
- Werden nur Barthaare in einer bestimmten Region eingesetzt, entsteht kein natürliches Bild. Vielmehr sollten sie homogen verteilt und mit Kopfhaaren gemischt werden. Auf diese Weise wird sowohl Dichte als auch Natürlichkeit erreicht. Besonders bei feinem Kopfhaar ist die Verwendung von Barthaaren von großem Vorteil, da die dickeren Barthaare ein besseres Deckungsvolumen bieten.
Auf dem folgenden Bild sehen Sie einen Patienten, dem Barthaare in die Vertexregion transplantiert wurden – im Vorher-Nachher-Vergleich.

Für diesen Eingriff gibt es in unserer Klinik keine gesonderte Preisgestaltung. Die Kosten entsprechen denen einer klassischen Haartransplantation. Wir empfehlen allen, die einen Preisvergleich durchführen, sich vor allem über die Erfahrung des behandelnden Arztes und die erzielten Ergebnisse zu informieren. Bei Kontaktaufnahme mit uns können wir Ihnen gerne detaillierte Informationen zu den Kosten sowie zu Vorher-Nachher-Ergebnissen geben.
Patientenstimmen, Erfahrungsberichte und Bewertungen zur Barthaartransplantation sind in zahlreichen in- und ausländischen Foren einsehbar. Darüber hinaus können Sie die Resultate unserer Klinik und die von Dr. Hakan Doğanay auf verschiedenen Forenplattformen verfolgen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Barthaartransplantation für geeignete Kandidaten eine erfolgreiche Option darstellt. Wie bei jedem chirurgischen Eingriff sind jedoch auch hier Risiken und Grenzen zu beachten. Bei richtiger Indikationsstellung und fachgerechter Durchführung kann sie selbstverständlich sehr gute Ergebnisse liefern.
